Du hast zu viele Notizen. Sie liegen überall verstreut. Und du weißt: So geht es nicht weiter. Notion und Obsidian sind die zwei Namen, die immer wieder auftauchen. Ich habe beide monatelang genutzt. Hier ist, was du wissen musst.
Notion kurz erklärt
Notion ist ein All-in-One‑Workspace. Notizen, Datenbanken, Projektmanagement, Wikis – alles geht. Du baust Seiten mit Blöcken, ziehst Dinge per drag-and-drop herum, erstellst Tabellen, die auch Kalender sein können. Sieht sauber aus. Teams nutzen es gern. Seit November 2025 hat Notion sogar AI Agents, die Aufgaben für dich erledigen. Und endlich: vollständiger Offline‑Modus.
Obsidian kurz erklärt
Obsidian ist eine Notiz‑App, die anders denkt. Alles bleibt lokal auf deinem Rechner. Du schreibst in Markdown. Es setzt automatisch Links zwischen deinen Notizen und zeigt sie in einem visuellen Graphen. Seit November 2025 gibt es auch „Bases“ – eine native Datenbank‑Funktion. Für Leute, die Privatsphäre ernst nehmen und ihre Daten wirklich besitzen wollen. Nicht für Menschen, die es maximal einfach möchten.
Notion vs Obsidian: die Unterschiede
Der größte Unterschied? Wo deine Daten leben. Notion läuft in der Cloud. Alles liegt auf deren Servern. Du loggst dich ein, arbeitest, und es synchronisiert automatisch. Seit August 2025 kannst du auch offline arbeiten, aber im Kern bleibt es cloud‑basiert. Obsidian macht das Gegenteil. Deine Notizen sind einfach Dateien auf deinem Computer. Markdown-Dateien, die du mit jedem Texteditor öffnen kannst. Kein Vendor Lock-in. Keine Sorge, was passiert, wenn die Firma morgen dichtmacht.
Diese Entscheidung hat Folgen. Notion fühlt sich sofort vertraut an. Du klickst, tippst, ziehst Dinge per drag-and-drop herum. Obsidian verlangt von dir, Markdown zu lernen. Doppelte Sternchen für fett. Rauten für Überschriften. Doppelte eckige Klammern für Links. Man gewöhnt sich dran, aber die erste Woche? Frustrierend.
Dann die Datenbanken. Notion ist hier klar stark. Du erstellst eine Tabelle, fügst Properties hinzu, wechselst mit einem Klick zu einem Kanban-Board oder einer Kalenderansicht. Filter, Sortierungen, Relationen zwischen Datenbanken – ziemlich leistungsfähig. Bis November 2025 hatte Obsidian dem nichts entgegenzusetzen. Aber dann kamen die “Bases”. Native Datenbankfunktionen mit map views und list views. Ehrlich? Noch nicht so ausgereift wie bei Notion. Aber der Abstand ist deutlich kleiner geworden.
Zusammenarbeit ist ein anderes Thema. Notion ist für Teams gebaut. Echtzeitbearbeitung, Kommentare, Mentions, Berechtigungen – funktioniert einfach. Du siehst, was andere tippen, während sie tippen. Obsidian? Da arbeitest du meistens allein. Du kannst Dateien über Dropbox oder iCloud teilen, aber echte Zusammenarbeit in Echtzeit? Vergiss es.
Die Geschwindigkeit unterscheidet sich stark. Obsidian öffnet sofort. Klick, Tipp – keine Ladezeit. Notion muss Daten von Servern laden. Das spürst du. Besonders auf dem Smartphone. Die Obsidian-App war lange beim Starten quälend langsam, aber seit den Updates 2025 ist das deutlich besser. Die Notion-App bleibt dagegen träge.
Und dann die KI. Notion hat seit September 2025 „Agents“ integriert. Die können Fragen beantworten, Texte schreiben und Aufgaben erledigen. Steckt in den teureren Plänen. Obsidian hat das nicht. Dafür gibt’s 1800+ Community‑Plugins. Manche integrieren AI‑Tools, aber eben nicht nativ. Am Ende ist es eine Prioritätsfrage: Willst du eingebaute KI oder vollständige Kontrolle?
Die Preise im Vergleich
Notion hat einen Gratis-Plan. Für Einzelpersonen ziemlich solide: unbegrenzte Seiten und Blöcke. Aber nur 5 MB pro Datei-Upload und 7 Tage Verlauf. Willst du mehr? Plus kostet 10 USD pro Monat (Jahresabo) oder 12 USD monatlich. Business mit diesen AI Agents? 20 USD pro Monat im Jahresabo.
Obsidian ist kostenlos. Komplett. Alle Kernfunktionen. Keine Einschränkungen. Willst du Cloud‑Sync? Das kostet 4 USD pro Monat (Jahresabo) oder 5 USD monatlich. Willst du Notizen online veröffentlichen? Publish kostet 8 USD pro Monat (Jahresabo) oder 10 USD monatlich. Aber wie gesagt: Für lokale Nutzung zahlst du nichts.
Ehrlich? Für Einzelpersonen ist Obsidian günstiger. Es sei denn, du brauchst diese AI Agents wirklich. Für Teams ist Notion naheliegender, aber dann zahlst du eben pro Person. Die Kosten summieren sich schnell.
Fazit
Nimm Notion, wenn du mit anderen arbeitest, Datenbanken intensiv nutzt und die neuen KI‑Features spannend findest. Es ist benutzerfreundlicher und sieht einfach stimmiger aus. Und der Offline‑Modus räumt das größte Gegenargument aus dem Weg.
Nimm Obsidian, wenn Datenschutz und Geschwindigkeit für dich an erster Stelle stehen. Wenn du deine Daten lokal haben willst. Wenn du bereit bist, Markdown zu lernen. Mit den Bases ist der Abstand zu Notion kleiner geworden. Und es bleibt kostenlos.
Ich selbst? Ich nutze Obsidian für persönliche Notizen und Wissen. Notion für Projekte, an denen andere beteiligt sind. Du musst nicht wählen. Aber wenn doch: Obsidian für Denker, Notion für Macher.







