Vergleich

Linear vs Jira

Linear

Linear

4.5/5

Linear anzeigen →
VS
Jira

Jira

4.2/5

Jira anzeigen →
Schnelles Urteil

Linear punktet bei Geschwindigkeit und Developer Experience, Jira bei Skalierbarkeit und Reports. Nimm Linear für Teams <500, Jira für Enterprises mit komplexen Anforderungen.

AutorVon Ruud Caris18 Dezember 2025

Vergleich auf einen Blick

Merkmal
Linear
Jira
Gratis-Plan
Ja, unbegrenzte Mitglieder
Ja, max. 10 Nutzer
Preis ab
$ 8/Monat (jährlich) oder $ 10/Monat
$ 7,50/Monat (jährlich) oder $ 9,05/Monat
Plattformen
Web, Windows, macOS, iOS, Android
Web, macOS, iOS, Android
Interface-Geschwindigkeit
Sehr schnell, Millisekunden
Langsamer bei großen Projekten
Offline-Modus
Voll funktionsfähig
Eingeschränkt
Reports
Basis (Linear Insights)
Umfangreich (dashboards, custom)
Integrationen
Wichtigste Tools, exzellente GitHub
3000+ Integrationen
Konfiguration
Minimal, opinionated
Unendlich anpassbar
Lernkurve
Mittel (Shortcuts)
Steil für Einsteiger
Skalierbarkeit
Bis ca. 500 Personen
Unbegrenzt, enterprise-ready
Gastnutzer
Voller Tarif
Kostenlose Stakeholder-Lizenzen
Rating
4.5/5
4.2/5

Dein Team wächst. Die Excel-Tabellen sind nicht mehr zu bändigen. Jetzt musst du dich entscheiden: Linear oder Jira? Ich habe beide Tools monatelang genutzt, und ehrlich gesagt: Sie unterscheiden sich grundlegend. Ich helfe dir gern bei der Entscheidung.

Linear in Kürze

Linear wurde von Entwicklern gebaut, die von trägen Projekttools genervt waren. Das Ergebnis ist ein extrem schneller Issue Tracker, der sich fast wie eine native App anfühlt. Überall Keyboard‑Shortcuts. Ein Offline‑Modus, der wirklich funktioniert. Und eine Oberfläche, die dir nicht im Weg steht. Linear richtet sich an Softwareteams, die ohne endlose Konfiguration schnell arbeiten wollen. Das Tool zwingt dich zu einer effizienten Arbeitsweise – genau so ist es gedacht.

Jira in Kürze

Jira ist der Veteran. Seit Jahren der Standard für agile Teams, vor allem in großen Organisationen. Es ist eine leistungsstarke Maschine, die alles abdeckt: Scrum, Kanban, Custom Workflows, detaillierte Reports. Mit mehr als 3000 Integrationen kannst du Jira mit praktisch jedem anderen System verbinden. Diese Power bringt aber auch Komplexität mit. Jira ist für Enterprises gebaut, die Kontrolle und Compliance wichtiger finden als Geschwindigkeit. Es kann alles – wenn du dir die Zeit nimmst, es richtig zu konfigurieren.

Linear vs. Jira: die Unterschiede

Der größte Unterschied? Die Philosophie. Linear will, dass du schnell arbeitest. Jira will, dass du alles im Griff hast. Diesen Unterschied spürst du sofort, wenn du beide Tools öffnest.

Die Oberfläche von Linear lädt in Millisekunden. Eine Taste drücken und du erstellst ein Issue, ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen. Sitzt du im Zug ohne WLAN? Kein Problem – der Offline-Modus funktioniert vollständig. Jira dagegen kann sich träge anfühlen, besonders in großen Projekten mit Hunderten von Issues. Die Oberfläche ist vollgepackt mit Optionen, Menüs und Konfigurationsmöglichkeiten. Für Einsteiger ist das überwältigend. Für erfahrene Admins ist es genau das, was sie brauchen.

Dann die Workflows. Linear nutzt „Cycles“ statt Sprints. Das Konzept ist ähnlich, aber Linear zwingt dich in einen 1–2‑Wochen‑Rhythmus. Keine endlosen 6‑Wochen‑Sprints. Keine komplexen Board-Konfigurationen. Es ist klar positioniert – und funktioniert erstaunlich gut für Teams, die Fokus wollen. Jira bietet dir dagegen grenzenlose Freiheit. Willst du einen Workflow mit 15 Status und 8 verschiedenen Issue Types? Geht alles. Aber diese Freiheit bedeutet auch, dass du einen Admin brauchst, der weiß, was er tut.

Berichte sind eine andere Sache. Jira punktet hier mit umfangreichen dashboards, Burndown-Charts, Velocity-Tracking und Custom Reports. Ideal für Management, das gern detailreiche Zahlen sieht. Linear hält es minimalistischer mit „Linear Insights“ – Basis-Metriken, die dir zeigen, ob dein Team im Plan liegt. Für die meisten Teams reicht das, aber nicht für Enterprises mit strengen Reporting-Anforderungen.

Integrationen? Jira gewinnt auf dem Papier mit über 3000 Optionen. In der Praxis nutzt du aber wahrscheinlich nur GitHub, Slack und dein CI/CD-Tool. Die GitHub-Integration von Linear ist durchdachter als die von Jira. Branches werden automatisch mit Issues verknüpft, PRs aktualisieren den Status, und alles fühlt sich natürlicher an. Der neue Linear Agent für Slack (seit Oktober 2024) macht es noch einfacher, Issues zu verwalten, ohne die Tool-Oberfläche zu öffnen.

Ein aktueller Unterschied: Linear hat im Dezember 2024 „Pulse on Mobile“ veröffentlicht – ein einheitlicher Feed aller Projekt-Updates auf deinem Smartphone. Jira hat zwar bessere Mobile-Apps, aber sie wirken wie verkleinerte Versionen der Desktop-Oberfläche. Die mobile Erfahrung von Linear ist für schnelle Updates unterwegs gebaut.

Skalierbarkeit ist der Bereich, in dem Jira wirklich glänzt. Teams mit über 1000 Leuten, mehrere Abteilungen, komplexe Compliance-Anforderungen? Jira kommt damit klar. Linear ist für Teams bis ungefähr 500 Personen gebaut. Darüber wird es schwierig – nicht, weil das Tool es technisch nicht kann, sondern weil der minimalistische Ansatz von Linear mit der Komplexität sehr großer Organisationen kollidiert.

Die Preise im Vergleich

Beide Tools haben einen kostenlosen Plan, aber mit unterschiedlichen Einschränkungen. Linear bietet unbegrenzt viele Mitglieder, aber maximal 2 Teams und 250 aktive Issues. Für ein kleines Team, das gerade startet, reicht das gut. Der kostenlose Plan von Jira ist auf 10 Nutzer begrenzt, dafür bekommst du aber 2 GB Speicher und die volle Funktionalität. Der Nachteil: nur 100 E-Mail-Benachrichtigungen pro Tag, was schnell erreicht ist.

Bei den kostenpflichtigen Plänen startet Linear bei 8 $ pro Nutzer pro Monat (jährlich bezahlt) oder 10 $ pro Monat. Jira beginnt bei 7,50 $ pro Nutzer pro Monat (jährlich) oder 9,05 $ pro Monat. Auf den ersten Blick wirkt Jira günstiger. Aber Achtung: Jira hat die Preise im Oktober 2024 um 5–10 % erhöht. Und für Enterprise‑Features zahlst du bei Jira schnell 15,41 $+ pro Nutzer pro Monat.

Linear’s Business‑Plan (12–16 $ pro Nutzer pro Monat) liefert dir alles, was du brauchst: unbegrenzte Teams, Priority Support und advanced roadmaps. Jiras Premium‑Plan (15,41–18,30 $ pro Monat) packt vor allem Compliance‑Features oben drauf: Audit Logs, unbegrenzten Speicher und advanced permissions. Ehrlich gesagt: Für ein Team mit 20 Leuten zahlst du bei Linear 160–200 $ pro Monat, bei Jira 150–180 $. Der Unterschied ist kaum der Rede wert.

Wo es teuer wird: Gastnutzer. Linear berechnet für Gäste den vollen Tarif. Jira bietet kostenlose Stakeholder‑Lizenzen. Für Teams, die regelmäßig externen Personen Zugriff geben, kann der Unterschied leicht auf mehrere hundert Dollar pro Monat steigen.

Fazit

Nimm Linear, wenn Geschwindigkeit und Developer Experience bei euch ganz oben stehen. Euer Team hat weniger als 500 Leute, ihr wollt keine Zeit in Konfiguration versenken und grundlegende Reports reichen euch. Das Tool fühlt sich an wie eine Erweiterung deines Code‑Editors – schnell, tastaturfokussiert und ohne Schnickschnack.

Nimm Jira, wenn du in einer großen Organisation mit komplexen Prozessen, strengen Compliance‑Vorgaben arbeitest oder das Management detaillierte Reports verlangt. Auch wenn eure Workflows vom klassischen Software‑Development abweichen (z. B. Marketing, HR, Legal), ist Jiras Flexibilität kaum zu ersetzen.

Meine persönliche Präferenz? Für Teams bis etwa 100 Leute: Linear, ohne großes Nachdenken. Die Geschwindigkeit und der Fokus machen dich produktiver. Aber arbeitest du in einem Enterprise mit über 500 Personen und Audit Logs? Dann ist Jira die einzige realistische Option. Es geht nicht darum, welches Tool „besser“ ist – sondern darum, welches zu eurer Organisation passt.

Welches passt zu dir?

Wähle Linear, wenn du...

  • in einem Softwareteam arbeitest, das Wert auf Geschwindigkeit legt
  • keyboard shortcuts und Offline-Arbeiten wichtig findest
  • minimale Konfiguration gegenüber endlosen Optionen bevorzugst
  • ein Team mit weniger als 500 Personen hast
  • exzellente GitHub-Integration brauchst

Wähle Jira, wenn du...

  • in einem großen Enterprise (500+ Personen) arbeitest
  • detaillierte Reports und dashboards liefern musst
  • komplexe Workflows außerhalb des Standard-Developments hast
  • Compliance und Audit-Logs brauchst
  • häufig Gastnutzer einladen musst
  • volle Kontrolle über jeden Workflow-Schritt willst

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Daten von Jira nach Linear exportieren?

Ja, Linear hat einen eingebauten Jira-Importer, der Issues, Kommentare und Attachments übernimmt. Der Vorgang dauert ungefähr 10–30 Minuten, abhängig von der Projektgröße. Custom Fields und komplexe Workflows müssen manuell angepasst werden.

Welche Tool ist besser für Einsteiger?

Linear ist durch das minimalistische Interface und die begrenzten Optionen zugänglicher für Einsteiger. Jira hat wegen der vielen Konfigurationsmöglichkeiten eine steilere Lernkurve. Für ein neues Team, das schnell starten möchte: nimm Linear.

Funktioniert Linear wirklich vollständig offline?

Ja, Linear synchronisiert deine Daten lokal, und du kannst Issues auch ohne Internetverbindung erstellen, bearbeiten und durchsuchen. Sobald du wieder online bist, wird alles automatisch abgeglichen. Jira bietet nur eingeschränkte Offline‑Funktionalität.

Sind die Preise pro Nutzer oder pro Team?

Beide Tools rechnen pro Nutzer pro Monat ab. Linear zählt alle Teammitglieder, während Jira zusätzlich kostenlose „Stakeholder“-Lizenzen für Personen anbietet, die nur mitlesen dürfen. Achtung: Linear berechnet für Gastnutzer den vollen Preis.

Kann ich Jira für Projekte außerhalb der Softwareentwicklung nutzen?

Ja, die Flexibilität von Jira macht es auch für Marketing, HR, Legal und andere Bereiche passend. Du kannst Workflows komplett an jedes Prozesssetup anpassen. Linear ist klar für Softwareentwicklung gebaut und weniger geeignet für andere Use Cases.

Welches Tool hat bessere Mobile Apps?

Jira hat umfangreichere Mobile Apps mit mehr Funktionen. Die mobile Erfahrung von Linear ist einfacher, aber schneller – vor allem mit dem neuen Pulse-Feature (Dez 2024), das alle Updates in einem Feed bündelt. Die Wahl hängt davon ab, ob dir Vollständigkeit (Jira) oder Geschwindigkeit (Linear) wichtiger ist.

VS

Linear vs Jira