Deine Aufgabenliste quillt über. Deadlines rauschen vorbei. Und du fragst dich: Soll ich jetzt zu Todoist greifen oder doch zu Things 3? Ich habe beide wochenlang genutzt, mich geärgert und begeistert. Hier findest du, was ich dabei herausgefunden habe.
Todoist kurz zusammengefasst
Todoist ist das Schweizer Taschenmesser unter den Aufgaben-Apps. Es läuft wirklich überall: auf deinem Mac, deinem Android‑Phone, im Browser, sogar unter Linux. Die Stärke liegt in der natürlichen Texteingabe. Tipp einfach „morgen 14:00 Meeting mit Jan“ und die App versteht es. Kein Geklicke durch Menüs. Das fühlt sich schnell an – und genau diese Geschwindigkeit macht es so eingängig. Todoist richtet sich an alle, die Aufgaben im Griff behalten wollen, von Freelancern bis zu ganzen Teams.
Things 3 kurz zusammengefasst
Things 3 ist das Apple‑Kind, das nie aus der Reihe getanzt ist. Es läuft nur auf Mac, iPhone und iPad – und das ist Absicht. Die Entwickler wollen die native Apple‑Erfahrung perfektionieren. Das Ergebnis? Eine App, die wirkt, als hätte Apple sie selbst gebaut. Minimalistisches Design, keine überflüssigen Schaltflächen. Besonders ist die Trennung zwischen „Startdatum“ und „Deadline“ – wann du etwas angehen willst vs. wann es fertig sein muss. Klingt simpel, sorgt aber spürbar für mehr Ruhe in der Planung.
Todoist vs. Things 3: die Unterschiede
Der größte Unterschied? Plattformen. Todoist läuft überall. Things 3 nur im Apple‑Universum. Hast du einen Windows‑Laptop für die Arbeit und ein iPhone privat? Dann scheidet Things 3 aus. Einfach so. Bist du komplett im Apple‑Ökosystem unterwegs? Dann bekommst du mit Things 3 eine Erfahrung, die sich besser ins System einfügt. Widgets, die wirklich gut funktionieren. Shortcuts, die sich logisch anfühlen. Todoist fühlt sich auf dem Mac okay an, bleibt aber im Kern eine Web‑App im App‑Gewand.
Kommen wir zur Spracheingabe. Hier gewinnt Todoist locker. Tipp „jeden Montag 9:00 Statusupdate #arbeit @hoch“ und alles sitzt. Projekt, Priorität, Wiederholmuster – alles in einem Satz. Things 3 hat auch eine schnelle Eingabe, aber du musst öfter klicken, um Details zu ergänzen. Ehrlich? Wenn du täglich Dutzende Aufgaben hinzufügst, spürst du den Unterschied.
Zusammenarbeit ist eine andere Geschichte. In Todoist kannst du Projekte teilen, Aufgaben an Teammitglieder vergeben und Kommentare hinterlassen. Praktisch für Teams. Things 3? Nope. Nada. Nichts. Du kannst Aufgaben nicht teilen. Es ist ein Solotool. Für manche ein Dealbreaker. Für andere ein Segen – keine Ablenkung durch Teamkram.
Die Oberfläche unterscheidet sich ebenfalls grundlegend. Todoist zeigt alles: Filter, Labels, Projekte, Karma‑Scores. Kann schnell überwältigend wirken. Things 3 setzt auf Ruhe. Du siehst nur, was du heute erledigen musst, außer du klickst dich bewusst weiter. Während Todoist deine Produktivität mit einem Punktesystem gamifiziert, bleibt Things 3 nüchtern. Welche Herangehensweise dir liegt, hängt davon ab, wie dein Kopf tickt.
Kürzlich hat Todoist ordentlich in neue Features investiert. Kalenderansicht, Outlook‑Integration, sogar ein AI‑Voice‑Tool namens Ramble. Things 3 dagegen? Bekommt vor allem „Polish‑Updates“. Neue Icons, bessere Kompatibilität, aber keine großen neuen Funktionen. Manche nennen das stabil. Andere langweilig. Fakt ist: Todoist innoviert schneller, aber das bringt auch mehr Komplexität mit sich.
Die Preise im Vergleich
Hier wird’s spannend. Todoist hat einen kostenlosen Plan, aber der ist ziemlich begrenzt. Maximal 5 Projekte und keine Erinnerungen. Für die meisten zu knapp. Das Pro‑Abo kostet 60 € pro Jahr (Preiserhöhung ab Dezember 2025). Monatlich zahlen? Dann 5 € pro Monat, also ebenfalls 60 € pro Jahr. Business liegt bei 72 € pro Jahr.
Things 3 tickt anders. Kein Abo. Ein einmaliger Kauf. 10,99 € für iPhone, 21,99 € für iPad, 54,99 € für Mac. Willst du alles? Dann liegst du ungefähr bei 80 €. Einmal zahlen. Und dann nie wieder. Auf lange Sicht günstiger als Todoist. Nach zwei Jahren hast du bei Todoist schon 120 € ausgegeben.
Aber Vorsicht: Things 3 hat keine kostenlose Version. Keine Testphase. Es gibt zwar eine Rückerstattung über den App Store, aber du musst zuerst bezahlen. Todoist kannst du ausführlich gratis testen. Das fühlt sich sicherer an, wenn du noch unschlüssig bist.
Ehrlich? Die Preiserhöhung von Todoist finde ich ziemlich hoch. 60 € pro Jahr für eine Aufgaben‑App. Sie funktioniert gut, aber am Ende bleibt es eine To‑do‑Liste. Things 3 wirkt da wie ein Schnäppchen – einmal zahlen und fertig. Es sei denn, irgendwann kommt Things 4. Dann zahlst du wieder.
Fazit
Nimm Todoist, wenn du plattformübergreifend arbeitest, im Team kollaborierst oder die starke natürliche Spracheingabe wichtig findest. Es ist die flexiblere, leistungsstärkere Option. Aber stell dich auf ein dauerhaft laufendes Abo ein.
Nimm Things 3, wenn du komplett im Apple‑Ökosystem unterwegs bist, Ruhe und Einfachheit schätzt und lieber einmalig bezahlst. Es ist weniger mächtig, aber auch weniger ablenkend. Für Solo‑Nutzer, die Fokus suchen, ist es die bessere Wahl.
Meine persönliche Präferenz? Kommt auf den Tag an. Für Arbeitsprojekte mit Kolleg:innen: Todoist. Für persönliche Aufgaben und etwas Ruhe im Kopf: Things 3. Zum Glück musst du dich nicht für immer festlegen. Teste Todoist gratis. Probier Things 3 aus und beantrage eine Rückerstattung, wenn es nicht passt. Deine Aufgabenliste verdient eine App, die zu dir passt – nicht andersherum.




