Dein Kalender platzt aus allen Nähten. Deine To‑do‑Liste wächst schneller, als du abhaken kannst. Und irgendwo zwischen E‑Mails, Slack‑Nachrichten und Notion‑Seiten verlierst du den Überblick. Kommt dir bekannt vor? Dann hast du dir wahrscheinlich schon einmal Akiflow oder Sunsama angesehen. Ich habe beide Tools wochenlang genutzt und ehrlich: Sie sind beide gut. Aber komplett unterschiedlich.
Akiflow kurz erklärt
Akiflow ist auf Geschwindigkeit ausgelegt. Es ist ein Produktivitätstool, das all deine Aufgaben, E‑Mails und Kalender in einer einzigen Timeline zusammenführt. Der Fokus liegt auf Time‑Blocking: Du ziehst Aufgaben in deinen Kalender und blockst dir dort Zeit. Die Command Bar ist das Herz der App – du tippst, was du tun willst, und es passiert. Denk an Alfred oder Spotlight, aber für deinen gesamten Arbeitstag. Es fühlt sich roh und kräftig an, gebaut für Leute, die Tastaturkürzel im Schlaf tippen können.
Sunsama kurz erklärt
Sunsama geht das Ganze etwas anders an. Das Tool führt dich mit einer fast schon meditativen Ruhe durch deinen Tag. Jeden Morgen machst du ein kleines Planungsritual, in dem du bewusst auswählst, was heute wirklich dran ist. Die App fordert dich auf, realistisch zu bleiben – planst du mehr als 6 Stunden Deep Work, bekommst du eine Warnung. Sunsama wirkt wie ein achtsamer Coach, der dir hilft, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren, statt deine To‑do‑Liste einfach runterzurattern.
Akiflow vs. Sunsama: die Unterschiede
Der größte Unterschied liegt in der Philosophie. Akiflow will, dass du schnell arbeitest. Richtig schnell. Du tippst „morgen 14:00 meeting mit Sarah 1h“ und die App versteht sofort, was du meinst. Die Command Bar macht fast schon süchtig – wenn du dich daran gewöhnt hast, willst du kaum noch etwas anderes. Sunsama dagegen bremst dich bewusst aus. Es möchte, dass du nachdenkst, bevor du etwas hinzufügst. Ist diese Aufgabe heute wirklich wichtig? Wie viel Zeit willst du dafür einplanen? Diese bewusste Langsamkeit ist kein Bug, sondern ein Feature.
Auch die Oberfläche erzählt die gleiche Geschichte. Akiflow ist klar und minimalistisch, mit Fokus auf Kalender und Inbox. Alles ist darauf ausgelegt, möglichst wenige Mausklicks zu brauchen. Sunsama wirkt weiter, mit mehr Raum zum Atmen. Du siehst deine Aufgaben für heute, deinen Backlog und deine Kanäle (deren Version von Projekten). Es fühlt sich ruhiger an, aber auch weniger durchoptimiert.
Integrationen funktionieren bei beiden gut, aber auf unterschiedliche Weise. Akiflow zieht Daten rein und macht daraus eine große Inbox. Gmail, Slack, Notion, Asana – alles landet an einem Ort und du arbeitest es ab. Die bidirektionale Synchronisierung ist stark: Änderst du etwas in Akiflow, wird es auch in der jeweiligen App angepasst. Sunsama integriert sich ebenfalls mit vielen Tools, legt aber mehr Wert auf Kontexte. Du kannst Aufgaben taggen, je nachdem wo du bist (Büro, zu Hause) oder um welche Art Arbeit es geht (Deep Work, Admin). Diese Kontexte helfen dir dabei, zu entscheiden, was du jetzt tun kannst.
Die mobile Erfahrung war bei Akiflow lange ein Schwachpunkt. Die App hatte Bugs und fühlte sich nicht wirklich native an. Kürzlich gab es ein größeres Overhaul mit Smart Tags und einer kompakteren Ansicht, aber ehrlich? Sunsama hat hier immer noch die bessere App. Wobei auch die nicht von allen als besonders nutzerfreundlich gesehen wird – auf dem Desktop erledigt man bei beiden Tools die eigentliche Arbeit.
Kommen wir zu den täglichen Ritualen. Akiflow hat Daily Rituals für Planung und Shutdown, aber das ist optional. Du kannst die App auch einfach öffnen und direkt loslegen. Sunsama zwingt dich fast dazu, die Planung durchzugehen. Jeden Tag gehst du deine Aufgaben durch, ziehst sie auf Heute, schätzt die Zeit ein. Für manche ist das angenehm beruhigend. Für andere fühlt es sich wie eine Pflichtnummer an, bevor man endlich anfangen darf.
Focus Mode funktioniert bei beiden, aber unterschiedlich. Akiflow hat einen Focus Mode, der Ablenkungen ausblendet. Sunsama hat einen Timer mit Pomodoro-Unterstützung, der dir hilft, konzentriert zu bleiben. Bei Sunsama siehst du außerdem die Visualisierung von geplanter versus tatsächlich aufgewendeter Zeit – ziemlich ernüchternd, wenn man dauerhaft zu optimistisch plant.
Die Preise im Vergleich
Günstig sind beide nicht. Akiflow kostet 34 $ pro Monat, wenn du monatlich zahlst. Das ist sportlich. Das Jahresabo bringt den Preis auf 19 $ pro Monat (228 $ pro Jahr). Sunsama hat keinen Monatspreis in den Daten, aber laut Research kostet es 20 $ pro Monat oder 16 $ pro Monat bei jährlicher Zahlung.
Monatlich ist Sunsama also günstiger. Jährlich sind es nur 3 $ Unterschied pro Monat. Akiflow hat allerdings ein interessantes „Believer Plan“, bei dem du 5 Jahre im Voraus für 8,33 $ pro Monat zahlst – aber dann bist du eben auch 5 Jahre an ein Tool gebunden. Das ist schon ein Commitment.
Keines von beiden hat einen kostenlosen Plan. Beide bieten zwar eine Trial an, aber am Ende musst du zahlen. Für den Preis darfst du erwarten, dass die Tools zuverlässig funktionieren – und das tun sie. Trotzdem bleibt es eine ordentliche Investition für eine Produktivitäts-App.
Fazit
Wähl Akiflow, wenn du auf Geschwindigkeit setzt. Vor allem, wenn du ein Power-User bist, der viel mit Tastaturkürzeln arbeitet, viele Integrationen nutzt und den Kalender als deine Source of Truth sieht. Das Tool ist für Leute gebaut, die auf Effizienz achten und keine Zeit mit unnötigem Geklicke verschwenden wollen.
Nimm Sunsama, wenn du mehr Ruhe brauchst. Wenn du dazu neigst, zu viel zu verplanen, wenn dir Fokus schwerfällt oder wenn du mit ADHD arbeitest und mehr Struktur brauchst. Die geführte Planung hilft dir, bewusster zu entscheiden statt nur reaktiv zu arbeiten. Es ist pro Monat teurer, aber im Jahresabo günstiger.
Persönlich? Für reine Produktivität greife ich zu Akiflow. Die Command Bar ist einfach zu gut. Aber an Tagen, an denen mich alles erschlägt, vermisse ich die Ruhe von Sunsama. Vielleicht ist das die eigentliche Antwort: Es hängt davon ab, wo du gerade in deinem Arbeitsrhythmus stehst. Beide Tools sind stark in dem, was sie tun. Sie lösen nur völlig unterschiedliche Probleme.







