Obsidian und Joplin sind beide leistungsstarke Notiz-Apps, die offline funktionieren und Ihre Daten lokal speichern. Aber während Obsidian sich auf Wissensmanagement mit einer visuellen Grafik konzentriert, setzt Joplin auf End-to-End-Verschlüsselung und eine traditionelle Notizbuchstruktur. Welche passt zu Ihrer Arbeitsweise?
Obsidian in Kürze
Obsidian ist eine Notiz-App, die Ihnen hilft, ein persönliches Wissensnetzwerk aufzubauen. Das Tool speichert alles in Markdown-Dateien auf Ihrem eigenen Computer. Das Besondere sind die bidirektionalen Links zwischen Notizen und die visuelle Graph View, die zeigt, wie Ihr Wissen miteinander verbunden ist. Mit der neuen ‚Bases‘-Funktion erhalten Sie sogar Datenbankmöglichkeiten, vergleichbar mit Notion. Obsidian funktioniert auf allen Plattformen und hat eine riesige Plugin-Bibliothek. Die Basisversion ist kostenlos, aber für die Synchronisation zwischen Geräten zahlen Sie extra.
Joplin in Kürze
Joplin ist eine vollständig quelloffene Notiz-App mit Fokus auf Privatsphäre und Sicherheit. Das Tool bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und arbeitet offline-first. Deine Notizen werden in einer traditionellen Notizbuchstruktur gespeichert, wie du es von Evernote gewohnt bist. Das Besondere: Du kannst kostenlos über deine eigene Dropbox, OneDrive oder Nextcloud synchronisieren. Joplin Cloud ist optional. Die App unterstützt Markdown, hat einen Web Clipper zum Speichern von Webseiten und bietet ein Plugin-System für zusätzliche Funktionalität. Alles ist kostenlos, es sei denn, du entscheidest dich für Joplins eigenen Cloud-Dienst.
Obsidian vs Joplin: die Unterschiede
Der größte Unterschied liegt in der Philosophie. Obsidian arbeitet mit einzelnen Markdown-Dateien in Ordnern auf deinem Computer. Du kannst sie mit jedem Texteditor öffnen. Joplin verwendet eine Datenbankstruktur, die deine Notizen in einem eigenen Format speichert. Das macht den Export zu anderen Tools schwieriger, gibt Joplin aber bessere Leistung bei großen Mengen an Notizen.
Die Benutzeroberfläche unterscheidet sich erheblich. Obsidian hat eine moderne, polierte Ausstrahlung mit vielen visuellen Elementen. Die Graph View zeigt deine Notizen als Netzwerk verbundener Punkte. Das neue Canvas bietet ein unendliches Whiteboard für visuelles Denken. Joplin setzt auf ein klassisches Drei-Spalten-Layout: Notizbücher links, Notizliste in der Mitte, Inhalt rechts. Diese Oberfläche wirkt veraltet, funktioniert aber übersichtlich für alle, die an traditionelle Notiz-Apps gewöhnt sind.
Im Bereich Sicherheit schneidet Joplin stärker ab. Die App bietet native Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle deine Notizen, auch bei der Synchronisation. Obsidian bietet verschlüsselte Synchronisation nur als kostenpflichtiges Add-on. Für alle, denen Privatsphäre wichtig ist, ist das ein relevanter Unterschied. Joplin lässt dich zudem kostenlos über deinen eigenen Cloud-Speicher synchronisieren. Obsidian verlangt € 4 pro Monat für ihren Sync Standard Dienst.
Die Plugin-Ökosysteme unterscheiden sich im Umfang. Obsidian hat Tausende Community-Plugins für nahezu jede denkbare Funktion. Von advanced Task Management bis zur Integration mit externen Tools. Joplin hat ein kleineres, aber wachsendes Plugin-Angebot. Beide Apps unterstützen Erweiterungen, aber Obsidian bietet mehr Auswahl und oft bessere Dokumentation.
Mobile Apps zeigen ein anderes Bild. Obsidians mobile Version läuft langsam, besonders bei großen Vaults. Die App hat kürzlich Widgets für schnellen Zugriff erhalten. Joplins mobile App ist funktional, aber eingeschränkter als die Desktop-Version. Der neue Rich Text Editor in der Beta verspricht Verbesserung. Beide Apps funktionieren offline, aber keine von beiden glänzt auf Mobilgeräten.
Für Zusammenarbeit sind beide Tools nur begrenzt geeignet. Obsidian hat keine nativen Kollaborationsfunktionen. Du kannst über Obsidian Publish Notizen als Website teilen, aber das kostet € 8 pro Monat. Joplin bietet ein Teams-Abonnement für € 6,69 pro Monat, aber auch dort fehlt Echtzeit-Zusammenarbeit. Beide Tools sind primär für den persönlichen Gebrauch gedacht.
Die Preise im Vergleich
Obsidian ist für den persönlichen Gebrauch kostenlos. Alle Kernfunktionen, Plugins und lokale Speicherung kosten nichts. Willst du zwischen Geräten synchronisieren? Dann kostet Sync Standard € 4 pro Monat (€ 48 pro Jahr). Für das Veröffentlichen von Notizen als Website zahlst du € 8 pro Monat (€ 96 pro Jahr). Du kannst beide Add-ons kombinieren. Eine kommerzielle Lizenz ist seit Anfang 2025 für die meisten Nutzer nicht mehr erforderlich.
Joplin ist als Open-Source-Software vollständig kostenlos. Du kannst kostenlos über Dropbox, OneDrive oder Nextcloud mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung synchronisieren. Entscheidest du dich für Joplin Cloud? Dann zahlst du € 2,39 pro Monat für Basic (10GB Speicher), € 4,79 für Pro (50GB) oder € 6,69 für Teams (100GB). Die Preise sind kürzlich gestiegen: Basic kostete früher € 1,99 pro Monat. Jährliche Zahlung spart etwa 20%.
Beim Preis gewinnt Joplin, wenn du kostenlos über deine eigene Cloud synchronisieren möchtest. Obsidian verlangt € 48 pro Jahr für Sync, während Joplin das kostenlos bietet. Entscheidest du dich für Cloud-Speicher? Dann ist Joplin Cloud Basic (€ 28,69 pro Jahr) günstiger als Obsidian Sync (€ 48 pro Jahr). Für Veröffentlichungen ist Obsidian teurer: € 96 pro Jahr gegenüber keiner vergleichbaren Option bei Joplin.
Fazit
Beide Tools sind kostenlos nutzbar, dienen aber unterschiedlichen Zwecken. Obsidian gewinnt bei moderner Oberfläche, Plugin-Ökosystem und Wissensverwaltungs-Funktionen wie Graph View und Bases. Das Tool passt zu denjenigen, die ein visuelles Wissensnetzwerk aufbauen möchten und bereit sind, für Synchronisation zu bezahlen. Joplin gewinnt bei Privacy, kostenlosen Sync-Optionen und traditioneller Struktur. Das Tool passt zu denjenigen, denen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wichtig ist und die Kontrolle über die Speicherung haben möchten.
Basierend auf dem Preis-Leistungs-Verhältnis schneidet Joplin für budgetbewusste Nutzer besser ab. Du bekommst kostenlose Synchronisation mit Verschlüsselung über eigenen Cloud-Speicher. Obsidian bietet fortgeschrittenere Features, verlangt dafür aber € 48 pro Jahr. Für Wissensarbeiter, denen visuelle Verbindungen wichtig sind, rechtfertigt Obsidian diesen Preis. Für diejenigen, die einfach sichere Notizen mit kostenloser Synchronisation möchten, ist Joplin die logische Wahl.
Arbeitest du mit großen Mengen miteinander verbundener Informationen? Dann passt Obsidian besser. Suchst du einen sicheren, kostenlosen Ersatz für Evernote? Wähle Joplin. Beide Tools funktionieren offline und geben dir Kontrolle über deine Daten. Der Unterschied liegt darin, wie du diese Daten organisieren möchtest und was du dafür bezahlen willst.







