Monday.com und Airtable scheinen auf den ersten Blick vergleichbar: beide helfen Ihnen, Projekte und Daten zu organisieren. Aber die Unterschiede sind groß. Monday.com ist als Projektmanagement-Tool mit visueller Oberfläche konzipiert. Airtable ist eine Datenbank, die wie eine Tabellenkalkulation aussieht. Welches passt zu Ihnen?
Monday.com in Kürze
Monday.com ist eine Work OS Plattform, die Teams hilft, Projekte zu planen und Aufgaben zu automatisieren. Die Stärke liegt in der visuellen Oberfläche: farbenfrohe Boards, übersichtliche Zeitleisten und Dashboards, die man ohne technische Kenntnisse erstellen kann. Ideal für Teams, die direkt mit Projektmanagement loslegen wollen. Das Tool hat sich in spezifische Produkte aufgeteilt: Work Management, Sales CRM und Dev. Für nicht-technische Teams ist die Lernkurve niedrig.
Airtable in Kürze
Airtable kombiniert die Vertrautheit einer Tabellenkalkulation mit der Kraft einer relationalen Datenbank. Man kann Datensätze miteinander verknüpfen, komplexe Datenbeziehungen aufbauen und mit dem Interface Designer benutzerdefinierte Apps auf Basis der eigenen Daten erstellen. Das Tool ist für Menschen entwickelt, die Flexibilität wollen: von einfachen Listen bis hin zu vollständigen CRM-Systemen. Airtable AI hilft dabei, Daten automatisch zu kategorisieren und anzureichern. Rechnen Sie allerdings mit einer steilen Lernkurve, wenn Sie keine Erfahrung mit Datenbanken haben.
Monday.com vs Airtable: die Unterschiede
Der größte Unterschied liegt in der Philosophie. Monday.com bietet fertige Lösungen für Projektmanagement: man wählt eine Vorlage, trägt seine Aufgaben ein und ist fertig. Gantt-Charts, Kanban-Boards und Zeiterfassung sind eingebaut. Airtable hingegen gibt einem Bausteine: man bestimmt selbst die Struktur der Datenbank und baut sich die benötigte Oberfläche. Das macht Airtable leistungsfähiger für komplexe Anwendungsfälle, aber auch zeitaufwendiger in der Einrichtung.
Die Art und Weise, wie beide Tools Daten behandeln, unterscheidet sich grundlegend. Monday.com arbeitet mit ‚Boards‘, denen man Items hinzufügt. Items können über ‚Connect Boards‘ miteinander verknüpft werden, aber diese Funktionalität ist begrenzt. Airtable hingegen ist als relationale Datenbank aufgebaut: man kann Datensätze über mehrere Tabellen hinweg verlinken, Lookup-Felder erstellen und komplexe Datenbeziehungen aufsetzen. Für ein Marketing-Team, das Kampagnen mit Content, Kunden und Ergebnissen verknüpfen möchte, ist das ein großer Vorteil.
Automatisierungen funktionieren ebenfalls anders. Monday.com hat einen visuellen Automation Builder, der zugänglich ist: wenn dies passiert, tue das. Die Möglichkeiten sind breit, aber relativ einfach. Airtable bietet mehr Flexibilität mit Scripting und einer leistungsstarken API, wodurch Power User komplexere Workflows erstellen können. Die neuen AI-Features von Airtable gehen weiter als Monday: man kann Daten in großen Mengen kategorisieren, zusammenfassen oder sogar Bilder direkt in den Feldern generieren lassen.
Zusammenarbeit unterscheidet sich ebenfalls. Monday.com hat starke Kommunikations-Features eingebaut: man kann Updates pro Aufgabe posten, Teammitglieder taggen und Diskussionen innerhalb von Items führen. Das macht es einfacher für Teams, die eng zusammenarbeiten. Airtable fokussiert sich mehr auf die Daten selbst: mehrere Personen können gleichzeitig in derselben Base arbeiten, aber die Kommunikations-Tools sind begrenzter. Der Interface Designer von Airtable kompensiert dies, indem man benutzerdefinierte Ansichten für verschiedene Teammitglieder erstellt, sodass jeder nur das sieht, was relevant ist.
Ein aktueller Unterschied ist die Produktaufspaltung von Monday.com. Wo man früher alle Features in einem Paket bekam, muss man jetzt zwischen Work Management, CRM oder Dev wählen. Für Teams, die mehrere Funktionen benötigen, bedeutet das zusätzliche Kosten. Airtable hat seine Preisstruktur ebenfalls angepasst mit einem neuen Business-Plan, der Two-Way Sync und Admin-Panels bietet, aber der Sprung von € 20 auf € 45 pro Benutzer ist erheblich.
Die Preise im Vergleich
Monday.com startet ab € 9 pro Benutzer pro Monat (Jahresabonnement). Der Basic-Plan bietet unbegrenzte Boards, aber keine Integrationen und Automatisierungen. Für diese Features benötigt man Standard (€ 12/Monat) oder Pro (€ 19/Monat) für Zeiterfassung und Gantt-Charts. Achtung: man muss mindestens 3 Seats buchen, auch wenn man nur zu zweit ist. Der kostenlose Plan unterstützt maximal 2 Benutzer mit 3 Boards.
Airtable beginnt bei € 20 pro Benutzer pro Monat für den Team-Plan. Das ist teurer als Monday.com, aber Sie haben kein Seat-Minimum. Der Business-Plan kostet € 45/Monat und bietet erweiterte Sync-Möglichkeiten und Admin-Tools. Der kostenlose Plan ist großzügig: unbegrenzte Bases, aber limitiert auf 1.000 Datensätze pro Base und 5 Editoren. Für Solo-Benutzer oder kleine Teams, die nicht an Limits stoßen, ist das attraktiv.
Die Gesamtkosten hängen von Ihrer Teamgröße ab. Ein Team von 3 Personen zahlt mindestens € 27/Monat bei Monday.com (Basic) versus € 60/Monat bei Airtable (Team). Aber wenn Sie erweiterte Features benötigen, liegt Monday.com schnell bei € 57/Monat (Pro), während Airtable bei € 60 bleibt. Für größere Teams wird Airtable relativ teurer, besonders wenn Sie den Business-Plan benötigen.
Fazit
Monday.com gewinnt für Teams, die schnell ein übersichtliches Projektmanagement-System ohne technische Komplexität wollen. Die visuelle Oberfläche, starke Kommunikations-Features und fertige Templates machen es für jeden zugänglich. Der niedrigere Einstiegspreis (€ 9/Monat) ist attraktiv, aber das verpflichtende Minimum von 3 Seats und die Produkt-Aufteilung sind Nachteile.
Airtable ist der Gewinner für Teams, die komplexe Daten-Beziehungen verwalten oder custom Workflows erstellen müssen. Die Datenbank-Struktur, der Interface Designer und die leistungsstarken Automatisierungsmöglichkeiten bieten mehr Flexibilität. Der großzügige kostenlose Plan und das Fehlen von Seat-Minimums sind Vorteile, aber der höhere Preis pro Benutzer und die steile Lernkurve erfordern eine Abwägung.
Für die meisten Teams, die traditionelles Projektmanagement suchen, ist Monday.com die bessere Wahl. Für datengetriebene Teams oder Power User, die Maßanfertigung wollen, ist Airtable überlegen. Budgetbewusste Solo-Benutzer können mit beiden kostenlosen Plänen gut zurechtkommen.





