Coda und Notion ähneln sich: All-in-One-Plattformen, auf denen du Dokumente, Datenbanken und Kollaborationstools kombinierst. Aber während Coda dir einen App-Builder in die Hand gibt, bietet Notion vor allem einen flexiblen Arbeitsbereich. Für wen ist welche geeignet?
Coda in Kürze
Coda kombiniert Dokumente mit Tabellenkalkulationen und fügt interaktive Elemente hinzu: Schaltflächen, die Aktionen ausführen, Automatisierungen, die Workflows steuern, und Packs, die externe Tools wie Slack und Jira direkt in deine Dokumente integrieren. Die Plattform richtet sich an Teams, die interne Tools erstellen möchten, ohne Code zu schreiben. Die Formel-Engine ist leistungsstark, erfordert jedoch eine steile Lernkurve. Das einzigartige Preismodell berechnet nur Kosten für ‚Makers‘ – Personen, die schauen oder bearbeiten, zahlen nichts.
Notion in Kürze
Notion ist ein flexibler Arbeitsbereich, in dem du Notizen, Aufgaben, Wikis und Datenbanken auf einer übersichtlichen Plattform kombinierst. Das Blocksystem macht es einfach, Seiten aufzubauen, während relationale Datenbanken für Struktur sorgen. Die Oberfläche ist visuell ansprechend und relativ intuitiv. Kürzlich fügte Notion native Formulare, Diagramme und eine Sites-Funktion hinzu, mit der du Seiten als Website veröffentlichst. Die mobile App funktioniert gut, und die Community bietet Tausende von Templates für jeden denkbaren Verwendungszweck.
Coda vs Notion: die Unterschiede
Der größte Unterschied liegt in der Philosophie. Coda möchte, dass du Tools baust. Du erstellst Dokumente, die als Mini-Anwendungen funktionieren: ein CRM mit Schaltflächen, die automatisch E-Mails versenden, eine Bestandsverwaltung, die über Packs Daten aus anderen Systemen abruft, einen Projekttracker mit fortgeschrittenen Formeln, die Berechnungen durchführen. Diese Leistungsfähigkeit bringt Komplexität mit sich. Die Lernkurve ist steil, besonders für nicht-technische Benutzer. Notion hingegen hält es einfacher. Du erstellst Seiten mit Blöcken, machst Datenbanken mit Ansichten und verbindest sie mit Beziehungen. Es fühlt sich mehr wie eine flexible Notiz-App an als ein App-Builder.
Diese Philosophie zeigt sich in den Formeln. Codas Formelsprache ähnelt einer Programmiersprache: leistungsstark, logisch aufgebaut und geeignet für komplexe Berechnungen. Notions Formeln sind begrenzter. Sie funktionieren gut für Basis-Berechnungen, aber sobald du fortgeschrittene Logik benötigst, stößt du an Grenzen. Power-User wählen oft Coda genau aus diesem Grund.
Die mobile Erfahrung unterscheidet sich auch enorm. Notions mobile App ist schnell und intuitiv – du kannst unterwegs Notizen machen, Datenbanken aktualisieren und Seiten durchsuchen ohne Frustration. Coda auf dem Handy fühlt sich langsam und clunky an. Für Teams, die viel im Feld arbeiten oder unterwegs zusammenarbeiten müssen, ist das ein wichtiger Unterschied.
Dann ist da das Preismodell. Coda berechnet nur Kosten für ‚Doc Makers‘ – Personen, die Dokumente erstellen und bearbeiten. Editors und Viewers sind kostenlos, unbegrenzt. Für große Teams, die hauptsächlich zuschauen oder leichte Anpassungen vornehmen, spart das enorm an Kosten. Notion berechnet pro Benutzer, unabhängig davon, ob du nur schaust oder aktiv bearbeitest. Kürzlich erhöhte Notion die Preise: der Plus-Plan stieg von $ 8 auf $ 10 pro Monat (jährlich). Für kleine Teams oder Solo-Benutzer ist Notions kostenloser Plan jedoch großzügiger: keine Begrenzung bei Blöcken für Einzelpersonen, während Coda Dokumente auf 50 Objekte und 1000 Zeilen begrenzt.
Offline arbeiten ist ein weiterer Schmerzpunkt. Notion hat keinen vollständigen Offline-Modus – du kannst zwar gecachte Inhalte ansehen, aber nicht zuverlässig ohne Internet bearbeiten. Coda hat dieses Problem auch, aber dort erwartet man es weniger, weil die Plattform sich auf Integrationen und Echtzeit-Daten konzentriert.
Aktuelle Updates zeigen die unterschiedlichen Richtungen. Coda startete Coda Brain für KI-gesteuerte Enterprise Search und Sync Pages für bidirektionale Synchronisierung zwischen Dokumenten. Notion fügte Charts hinzu, um Datenbanken zu visualisieren, Forms für native Formulare und Sites, um Seiten mit Custom Domains zu veröffentlichen. Notion bewegt sich in Richtung einer breiteren Plattform, Coda fokussiert sich auf tiefere Integration und Automatisierung.
Die Preise im Vergleich
Beide Plattformen bieten einen kostenlosen Plan. Notions kostenlose Version ist großzügiger für Einzelpersonen: keine Begrenzung bei Blöcken, aber begrenzte Dateigröße (5MB) und kurze Seitenhistorie (7 Tage). Codas kostenloser Plan begrenzt Dokumente auf 50 Objekte und 1000 Zeilen, bietet aber unbegrenzt viele Editors und Viewers.
Die kostenpflichtigen Pläne starten beide bei € 10 pro Monat (Jahresabonnement). Codas Pro-Plan kostet € 10, der Team-Plan € 30. Notions Plus-Plan kostet € 10, der Business-Plan € 20. Achtung: Coda rechnet nur für Doc Makers ab, Notion pro Benutzer. Ein Team von 10 Personen, bei dem 2 Personen Dokumente erstellen und 8 nur zuschauen, zahlt bei Coda € 20 pro Monat (2 Makers). Bei Notion zahlst du für alle 10 Benutzer: € 100 pro Monat im Plus-Plan.
Bei Monatsabonnements liegen die Preise höher. Coda Pro wird € 12, Team € 36. Notion Plus wird € 12, Business € 24. Der Preisunterschied wächst also, je größer dein Team wird und je mehr Personen nur zuschauen müssen.
Fazit
Notion gewinnt für die meisten Benutzer. Die Oberfläche ist schneller zu erlernen, die mobile App funktioniert besser, und für kleine Teams oder Solo-Benutzer ist der kostenlose Plan großzügiger. Die kürzlich hinzugefügten Features wie Charts, Forms und Sites machen die Plattform vollständiger, ohne dass du in Komplexität versinkst.
Coda ist die bessere Wahl für Power-User und große Teams. Wenn du komplexe Workflows automatisieren möchtest, fortgeschrittene Formeln benötigst oder tief in externe Tools über Packs integrieren willst, bietet Coda Möglichkeiten, die Notion nicht hat. Das Preismodell spart enorm bei Teams, wo viele Personen nur zuschauen müssen. Aber bereite dich auf eine steile Lernkurve und eine enttäuschende mobile Erfahrung vor.
Arbeitest du solo oder mit einem kleinen Team, möchtest du vor allem Notizen machen und Datenbanken pflegen, und ist eine gute mobile App wichtig? Wähle Notion. Baust du interne Tools, hast du große Teams mit vielen Viewers, und hast du keine Angst vor Komplexität? Wähle Coda.





