Craft und Noteplan scheinen auf den ersten Blick vergleichbar: beide sind Tools für Notizen mit Kalenderintegration und AI-Unterstützung. Dennoch sind sie grundlegend verschieden. Craft ist ein visueller Editor für schöne Dokumente und Zusammenarbeit. Noteplan ist ein Markdown-basiertes Produktivitätstool, das Aufgaben, Termine und Notizen nach der Bullet Journal-Methode verschmelzt.
Craft in Kürze
Craft ist eine Notiz-App, die sich um visuell ansprechende Dokumente dreht. Der Block-basierte Editor macht es einfach, Text, Bilder, Tabellen und sogar Whiteboards zu kombinieren. Die App fühlt sich nativ auf Apple-Geräten an, funktioniert aber auch auf Windows und Android. Dank Real-time collaboration und Share-to-Web-Funktionalität ist Craft beliebt bei Teams, die ihre Arbeit extern teilen möchten. Der AI Assistant hilft beim Schreiben und Zusammenfassen. Aktuelle Updates brachten besseres Aufgabenmanagement und Datenbank-Funktionen (Objects).
Noteplan in Kürze
Noteplan kombiniert drei Dinge in einer Oberfläche: tägliche Notizen, eine Aufgabenliste und deinen Kalender. Das Tool arbeitet vollständig mit Markdown und speichert alles lokal auf deinem Gerät. Die Stärke liegt im Timeblocking: Du siehst deine Kalendertermine und Aufgaben in einer Übersicht und ziehst Elemente in Zeitfenster. Bi-direktionale Links verbinden Notizen wie in Obsidian. Eine aktive Community erstellt Plugins, die zusätzliche Funktionen hinzufügen. Noteplan richtet sich an Apple-Nutzer, obwohl es eine Webversion für andere Plattformen gibt.
Craft vs Noteplan: die Unterschiede
Der größte Unterschied liegt in der Philosophie. Craft verwendet ein proprietäres Dateiformat und Cloud-Speicher. Alles befindet sich in ihrem System, was die App schnell und poliert macht. Noteplan hingegen speichert alles als reine Markdown-Dateien auf deinem Gerät. Du kannst diese Dateien in jedem Texteditor oder sogar Obsidian öffnen. Für Nutzer, die Data-Lock-in vermeiden wollen, ist dies ein entscheidender Punkt.
Die Oberfläche unterscheidet sich enorm. Craft hat einen WYSIWYG-Editor, in dem du direkt siehst, wie dein Dokument aussieht. Perfekt für visuelle Dokumente mit Bildern, Zitat-Blöcken und Farbakzenten. Du kannst Dokumente als Webseiten teilen, die professionell aussehen. Noteplan zeigt hingegen Markdown-Syntax im Editor. Es sieht utilitär aus, aber du hast volle Kontrolle über die Formatierung via reinem Text. Die neue Liquid Glass UI macht es etwas schöner, aber es bleibt funktional statt visuell.
Aufgabenverwaltung funktioniert grundlegend anders. Craft hat seit Version 3.0 eine Inbox und Deadlines, aber es bleibt eine Notiz-App mit Aufgaben als Zusatzfunktion. Noteplan ist rund um Aufgaben gebaut. Du siehst die heutigen Aufgaben neben deinem Kalender, ziehst sie in Zeitfenster, und wiederkehrende Aufgaben funktionieren umfassend mit Filtern und Review-Optionen. Arbeitest du mit GTD oder Bullet Journaling? Dann fühlt sich Noteplan natürlicher an. Willst du vor allem schöne Dokumente schreiben mit gelegentlich einer Aufgabenliste? Wähle Craft.
Plattform-Unterstützung macht auch einen Unterschied. Craft funktioniert auf MacOS, Windows, iOS, Android und Web. Noteplan fokussiert sich auf das Apple-Ökosystem mit nativen Apps für Mac und iOS. Es gibt eine Webversion, aber die fehlt Funktionalität und fühlt sich wie eine Notlösung an. Nutzt du Windows oder Android als Hauptgerät? Dann fällt Noteplan weg.
Zusammenarbeit ist ein weiterer Knackpunkt. Craft hat Echtzeit-Zusammenarbeit, bei der mehrere Personen gleichzeitig ein Dokument bearbeiten können. Du siehst Cursors von anderen und kannst Kommentare hinterlassen. Spaces ermöglichen es, Arbeitsbereiche mit Teams zu teilen. Noteplan hat hierfür nichts. Es ist ein Solo-Tool. Du kannst Dateien über iCloud oder Dropbox teilen, aber das ist keine echte Zusammenarbeit.
Die Preise im Vergleich
Craft hat einen kostenlosen Starter-Plan mit einem Limit von 10 Dokumenten plus 2 neuen pro Woche. Für leichte Nutzer kann dies ausreichend sein, aber die Begrenzung fühlt sich knapp an. Der Plus-Plan kostet € 8 pro Monat bei jährlicher Zahlung oder € 10 pro Monat. Damit bekommst du unbegrenzte Dokumente, 10 GB Speicher und mehr AI-Anfragen. Für Teams gibt es einen Team-Plan für € 50 pro Monat.
Noteplan hat keinen kostenlosen Plan, nur eine 7-tägige Testversion. Danach zahlst du € 8,33 pro Monat bei jährlicher Zahlung, was auf etwa € 100 pro Jahr hinausläuft. Das Monatsabonnement kostet € 9,99. Es gibt auch Zugang über Setapp, ein Mac-App-Abonnement. Viele Nutzer finden Noteplan teuer für das, was im Wesentlichen ein Texteditor mit Aufgabenverwaltung ist.
Für budgetbewusste Nutzer gewinnt Craft durch den brauchbaren kostenlosen Plan und den niedrigeren Einstiegspreis. Noteplan verlangt ein finanzielles Commitment ohne die Möglichkeit, erst ausführlich zu testen. Andererseits: Zahlst du einmal für Noteplan, hast du alle Funktionen. Craft’s kostenlose Version fühlt sich schnell zu begrenzt für ernsthaften Gebrauch an.
Fazit
Craft und Noteplan bedienen verschiedene Nutzer. Craft ist die bessere Wahl für Menschen, die visuell ansprechende Dokumente erstellen möchten, in Teams arbeiten oder auf mehreren Plattformen (einschließlich Windows) aktiv sind. Der niedrigere Einstiegspreis und der kostenlose Plan machen es zugänglicher. Noteplan gewinnt für Solo-Nutzer, die vollständige Kontrolle über ihre Daten haben möchten, ernsthaftes Aufgabenmanagement benötigen und tief im Apple-Ökosystem verwurzelt sind. Die Kombination aus Kalender und Aufgaben in einer Ansicht ist einzigartig und leistungsstark. Für die meisten Menschen ist Craft die sicherere Wahl: angenehmer zu verwenden, breiter einsetzbar und einfacher zu erlernen. Noteplan ist für den Produktivitäts-Nerd, der keine Kompromisse beim Aufgabenmanagement und der Dateneigentümerschaft eingehen möchte.





