Monday.com und Trello sind beide visuelle Projektmanagement-Tools, aber die Gemeinsamkeit hört dort auf. Monday.com ist eine Work OS Plattform mit erweiterten Automatisierungen und Berichten. Trello bleibt ein einfaches Kanban-Tool, das du in fünf Minuten verstehst. Welches passt zu deiner Arbeitsweise?
Monday.com in Kürze
Monday.com ist eine visuelle Work OS-Plattform, die Teams hilft, Projekte, Workflows und Aufgaben zu planen und zu automatisieren. Sie bietet viele Ansichten: Kanban, Gantt, Zeitachsen, Dashboards. Du kannst Spalten an deinen eigenen Workflow anpassen und komplexe Automatisierungen ohne Code einrichten. Monday.com hat auch spezifische Produkte für CRM und Softwareentwicklung. Die Stärke liegt in der Flexibilität und der Möglichkeit, Daten aus mehreren Boards in einem Dashboard zu kombinieren. Das macht es geeignet für größere Teams mit komplexen Projekten.
Trello in Kürze
Trello organisiert Projekte nach der Kanban-Methode: Boards mit Listen und Karten, die du hin und her ziehst. Es ist auf Einfachheit ausgelegt. Du erstellst ein Board, fügst Listen hinzu und beginnst mit dem Verschieben von Karten. Butler-Automatisierung hilft bei sich wiederholenden Aufgaben, und Power-Ups fügen zusätzliche Funktionalität hinzu. Trello ist Teil des Atlassian-Ökosystems, was es praktisch macht, wenn du bereits Jira oder Confluence nutzt. Die kostenlose Version ist für kleine Teams und Einzelnutzer brauchbar.
Monday.com vs Trello: die Unterschiede
Der größte Unterschied liegt in der Komplexität. Trello basiert auf einem Konzept: Kanban-Boards mit Karten. Du ziehst Aufgaben von links nach rechts. Das ist es. Monday.com bietet viel mehr Ansichten: Kanban, Gantt-Charts, Zeitachsen, Tabellen, Kalender. Du kannst pro Board wählen, wie du die Daten betrachtest. Für Teams, die unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Projekt benötigen, ist das leistungsstark. Für Teams, die einfach Aufgaben abhaken wollen, fühlt es sich wie Overkill an.
Die Automatisierungen gehen auch weit auseinander. Trellos Butler lässt dich einfache Regeln erstellen: „Wenn eine Karte zu ‚Fertig‘ geht, sende eine Benachrichtigung.“ Monday.com geht viel weiter mit Abhängigkeiten zwischen Boards, Statusänderungen, die andere Aufgaben auslösen, und Integrationen, die automatisch Daten synchronisieren. Nutzer nennen Monday.com oft ‚Excel auf Steroiden‘ wegen dieser Möglichkeiten. Aber diese Leistungsfähigkeit erfordert auch Zeit zum Lernen. Trellos Automatisierung funktioniert direkt ohne Anleitung.
Berichterstattung ist ein weiterer wichtiger Unterschied. Monday.com hat umfangreiche Dashboards, wo du Daten aus mehreren Projekten kombinierst. Du siehst Fortschritt, Engpässe und Team-Kapazität auf einen Blick. Trello fehlt diese native Berichtsfunktionalität. Du brauchst bezahlte Power-Ups für selbst Basis-Berichte. Für das Management, das Überblick haben möchte, ist das ein Dealbreaker. Für Teams, die einfach Arbeit erledigen wollen, ist es weniger relevant.
Dann die Struktur. Trello arbeitet mit losen Karten, die du frei verschiebst. Monday.com arbeitet mit Zeilen in einer Datenbank. Das klingt technisch, aber es macht einen großen Unterschied. In Trello können Karten schnell chaotisch werden, wenn du Hunderte von Aufgaben hast. In Monday.com bleibt alles strukturiert in Spalten mit festen Datentypen. Die neue MondayDB-Infrastruktur hat die Geschwindigkeit bei großen Projekten verbessert. Trotzdem bleibt Trello visuell ruhiger für Menschen, die schnell von zu vielen Informationen überfordert werden.
Mobiles Arbeiten ist auf beiden Plattformen möglich, aber mit Einschränkungen. Monday.coms mobile App wird oft als eingeschränkter im Vergleich zur Desktop-Version empfunden. Komplexe Dashboards und Gantt-Charts sind auf einem kleinen Bildschirm schwer lesbar. Trellos Karten passen besser auf Mobilgeräte, aber auch dort fehlt Funktionalität, die auf dem Desktop verfügbar ist.
Die Preise im Vergleich
Beide Tools haben einen kostenlosen Plan, aber mit unterschiedlichen Einschränkungen. Trellos kostenlose Version unterstützt maximal 10 Mitarbeiter pro Workspace, 10 Boards und 250 Automatisierungsbefehle pro Monat. Für einen Einzelnutzer oder ein kleines Duo ist das reichlich ausreichend. Monday.coms kostenloser Plan beschränkt dich auf 2 Benutzer und 3 Boards, ohne Integrationen oder Automatisierungen. Das ist hauptsächlich dazu gedacht, das Tool zu testen.
Bei kostenpflichtigen Plänen wird der Unterschied größer. Trello beginnt bei € 5 pro Monat für den Standard-Plan (bei Jahresabonnement). Monday.com startet bei € 9 pro Monat für den Basic-Plan. Aber Achtung: Monday.com rechnet pro Seat mit einem Minimum von 3 Nutzern. Das bedeutet, dass du mindestens € 27 pro Monat zahlst, selbst wenn ihr zu zweit seid. Für Freelancer und Duos ist das ein großer Schmerzpunkt.
Trello’s Premium-Plan kostet € 10 pro Monat und gibt dir unbegrenzte Boards, erweiterte Automatisierung und mehr Power-Ups. Monday.com’s Standard-Plan (€ 12 pro Monat pro Seat) fügt Zeitstrahlen und Integrationen hinzu. Für umfangreiche Funktionen wie Zeiterfassung benötigst du den Pro-Plan: € 19 pro Monat pro Seat. Rechnest du die mindestens 3 Seats zusammen, bist du schnell bei € 57 pro Monat.
Monday.com hat auch die Preise erhöht und Produkte in Work Management, CRM und Dev aufgespalten. Willst du die volle Funktionalität über diese Bereiche? Dann zahlst du für mehrere Produkte. Trello hat keine Preiserhöhungen in den Abonnements durchgeführt, aber das kostenlose Collaborator-Limit eingeführt. Das zwingt wachsende Teams schneller zu einem kostenpflichtigen Plan.
Fazit
Monday.com gewinnt, wenn du komplexe Projekte verwaltest, umfangreiche Berichte benötigst oder mit größeren Teams arbeitest. Die Automatisierungen sind leistungsfähiger und die verschiedenen Ansichten geben dir mehr Kontrolle. Aber du zahlst für diese Funktionalität, sowohl in Geld als auch in Lernzeit.
Trello gewinnt bei Einfachheit und Preis. Der kostenlose Plan ist nutzbar für echte Projekte, nicht nur für eine Testphase. Das Kanban-Interface funktioniert direkt ohne Schulung. Für Solo-Nutzer, kleine Teams und einfache Projekte ist es die logische Wahl. Auch wenn Budget ein wichtiger Faktor ist.
Die meisten Teams sind besser mit Trello beraten, wenn sie einfach Aufgaben organisieren wollen. Wähle Monday.com, wenn dir Skalierbarkeit, Berichte und erweiterte Workflows wichtiger sind als eine niedrige Einstiegshürde.





