Obsidian und Noteplan sind beide Markdown-basierte Notiz-Apps, aber da hört der Vergleich auf. Obsidian ist ein Wissensnetzwerk für alle, die gerne an Plugins und Workflows basteln. Noteplan kombiniert Notizen, Aufgaben und Kalender in einer App für Apple-Nutzer. Welche passt zu deiner Arbeitsweise?
Obsidian in Kürze
Obsidian ist eine Offline-first-Notiz-App, die sich um den Aufbau eines persönlichen Wissensnetzwerks dreht. Du arbeitest mit Markdown-Dateien, die lokal auf deinem Gerät gespeichert sind. Die Stärke liegt in bidirektionalen Links zwischen Notizen und einer visuellen Grafik-Ansicht deiner Wissensstruktur. Mit mehr als tausend Community-Plugins kannst du Obsidian genau nach deinen Wünschen anpassen. Die Basisversion ist kostenlos für persönliche Nutzung. Obsidian funktioniert auf allen Plattformen: Mac, Windows, Linux, iOS und Android.
Noteplan in Kürze
Noteplan ist ein Produktivitätstool, das Notizen, Aufgaben und Kalender nach der Bullet Journal-Methode kombiniert. Die App integriert sich direkt mit Apple Calendar und Reminders, wodurch dein Kalender und deine Aufgaben automatisch synchronisiert werden. Timeblocking steht im Mittelpunkt: Du ziehst Aufgaben in Zeitblöcke in deinem Tag. Noteplan verwendet auch Markdown und speichert alles lokal, aber mit einer eingebauten Struktur rund um tägliche Notizen. Die App ist nativ verfügbar für Mac und iOS, mit einer Webversion für andere Plattformen.
Obsidian vs Noteplan: die Unterschiede
Der größte Unterschied liegt in der Philosophie. Obsidian gibt dir eine leere Leinwand und sagt: Baue dein eigenes System. Noteplan gibt dir ein fertiges Framework für Tagesplanung. Wo Obsidian darin glänzt, Ideen über die Zeit hinweg zu verbinden, konzentriert sich Noteplan auf das, was du heute tun musst.
Die Plattformunterstützung unterscheidet sich erheblich. Obsidian funktioniert nativ auf Windows, Linux und Android. Noteplan hat nur native Apps für Apple-Geräte. Möchtest du Noteplan auf Windows nutzen? Dann musst du dich mit der Webversion zufriedengeben, die weniger Funktionalität bietet als die Mac-App. Für Teams mit gemischten Geräten ist das ein Dealbreaker.
Die Kalenderintegration zeigt den Unterschied im Ansatz. Noteplan synchronisiert automatisch mit Apple Calendar und Google Calendar. Du siehst deine Termine direkt in deiner täglichen Notiz. Timeblocking funktioniert out-of-the-box: Ziehe eine Aufgabe auf eine Uhrzeit und sie erscheint in deinem Kalender. In Obsidian musst du Plugins installieren für die Kalenderansicht. Das Calendar Plugin zeigt zwar deine täglichen Notizen, aber keine externen Kalendereinträge. Für echte Kalenderintegration benötigst du zusätzliche Plugins, die du selbst konfigurieren musst.
Das Plugin-Ökosystem ist ungleich. Obsidian hat mehr als tausend Community Plugins. Dataview lässt dich Notizen wie eine Datenbank abfragen. Canvas gibt dir ein unendliches Whiteboard. Templater automatisiert komplexe Workflows. Noteplan hat auch Plugins, aber die Bibliothek ist viel kleiner. Der Unterschied: Obsidian-Nutzer bauen ihren Workflow mit Plugins, Noteplan-Nutzer bekommen den Workflow standardmäßig.
Die mobile Erfahrung unterscheidet sich. Noteplans iOS-App ist schnell und fühlt sich nativ an. Swipe-Aktionen, Widgets, schneller Zugriff auf heute. Obsidians mobile App kann bei großen Vaults langsam starten und fühlt sich weniger poliert an. Neueste Updates haben die Leistung verbessert, aber Nutzer berichten immer noch, dass große Vaults langsamer laden als in Noteplan.
Die Lernkurve unterscheidet sich je nach Hintergrund. Kennst du Markdown bereits? Dann fühlst du dich in beiden Apps zu Hause. Neu mit Markdown? Noteplans Struktur hilft dir weiter: Jeden Tag eine neue Notiz, Aufgaben mit eckigen Klammern, Events aus deinem Kalender. Obsidian erfordert mehr Vorwissen: Wie organisierst du deinen Vault? Welche Plugins installierst du? Wie verknüpfst du Notizen effektiv? Für Power Users ist diese Freiheit ein Segen. Für Anfänger eine Herausforderung.
Die Preise im Vergleich
Obsidian ist kostenlos für den persönlichen Gebrauch. Du kannst unbegrenzt Notizen erstellen, Plugins verwenden und deinen Vault lokal über iCloud oder Dropbox synchronisieren. Möchtest du Obsidians eigene Synchronisation? Dann kostet das Standard-Abonnement € 4 pro Monat bei jährlicher Zahlung. Dieser Plan hat kürzlich das Vault-Limit erhöht und wurde günstiger gemacht. Obsidian Publish, mit dem du Notizen online veröffentlichst, kostet € 8 pro Monat bei jährlicher Zahlung.
Noteplan hat keinen kostenlosen Plan. Du bekommst sieben Tage, um die App auszuprobieren, danach wechselst du in den read-only Modus. Das Jahresabonnement kostet € 8,33 pro Monat, das Monatsabonnement € 9,99 pro Monat. Das sind etwa € 100 pro Jahr. Noteplan ist auch in Setapp enthalten, einem Abonnementdienst für Mac-Apps. Hast du Setapp bereits? Dann ist Noteplan inbegriffen.
Für diejenigen, die nur Notizen machen möchten ohne Cloud-Synchronisierung, ist Obsidian eindeutig günstiger: kostenlos im Vergleich zu € 100 pro Jahr. Sobald du Synchronisierung benötigst, zahlst du bei Obsidian mindestens € 48 pro Jahr. Noteplan’s € 100 pro Jahr enthält dann Synchronisierung, Kalenderintegration und alle Features. Die Frage ist: Nutzt du diese Kalenderintegration genug, um den Preisunterschied zu rechtfertigen?
Fazit
Obsidian gewinnt bei Flexibilität, Plattformunterstützung und Preis. Der kostenlose Plan ist vollständig nutzbar, die Plugin-Bibliothek ist riesig und du kannst auf jedem Gerät arbeiten. Noteplan gewinnt bei Benutzerfreundlichkeit für Apple-Nutzer, besonders wenn du Kalender und Aufgaben kombinieren möchtest ohne Plugins zu konfigurieren. Der Preisunterschied ist erheblich: Obsidian kann kostenlos sein, Noteplan kostet mindestens € 100 pro Jahr. Für die meisten Nutzer ist Obsidian die bessere Wahl aufgrund des kostenlosen Plans und der plattformübergreifenden Unterstützung. Noteplan ist die bessere Wahl, wenn du ein Apple-Nutzer bist, der ein gebrauchsfertiges System für Tagesplanung möchte und bereit bist, dafür zu bezahlen.





