Du hast beschlossen, deine Aufgaben endlich mal ernst zu nehmen. Aber welche App wählst du? Todoist und TickTick sind beide beliebt, aber sie funktionieren komplett unterschiedlich. Ich habe sie beide ausführlich getestet und verrate dir genau, worin sie sich unterscheiden.
Todoist in Kürze
Todoist ist der minimalistische Taskmanager, bei dem alles um Geschwindigkeit geht. Tippe „morgen 14:00 Meeting mit Jan“ und die App versteht es sofort. Das ist die Stärke der natürlichen Spracheingabe. Die Oberfläche ist aufgeräumt und übersichtlich. Keine überflüssigen Features, die ablenken. Todoist konzentriert sich auf eine Sache: Aufgaben hinzufügen und abhaken. Und das macht es gut. Die App synchronisiert blitzschnell zwischen all deinen Geräten und hat starke Integrationen mit Tools wie Gmail, Slack und Zapier.
TickTick in Kürze
TickTick ist das Schweizer Taschenmesser unter den Taskmanagern. Neben deiner Aufgabenliste bekommst du einen Kalender, Pomodoro-Timer, Habit Tracker und White Noise. Alles in einer App. Praktisch, wenn du nicht für jede Funktion ein separates Tool installieren möchtest. Die Kalenderansicht ist umfangreich: Du kannst Aufgaben ziehen, Time-Blocking anwenden und deinen Tag visuell planen. TickTick fühlt sich wie eine komplette Produktivitätssuite an statt nur eine To-do-App. Und das zu einem niedrigeren Preis als Todoist.
Todoist vs TickTick: die Unterschiede
Der größte Unterschied? Philosophie. Todoist will einfach bleiben. TickTick will vollständig sein.
Beginne bei der Aufgabeneingabe. Bei Todoist tippst du „jeden Montag um 9:00 Statusupdate“ und es versteht dich. Die natürliche Sprachverarbeitung ist besser als bei TickTick. Dort musst du öfter manuell Daten und Zeiten auswählen. Das kostet Zeit. Aber TickTick hat Spracheingabe, was Todoist nicht hat. Beides gleicht sich aus.
Dann der Kalender. Hier glänzt TickTick wirklich. Du bekommst eine vollständige Kalenderansicht mit drag-and-drop Funktionalität. Verschiebe Aufgaben zu einem anderen Zeitpunkt. Plane deinen Tag visuell. Bei Todoist? Diese Kalenderansicht gibt es nur im bezahlten Plan. Und selbst dann ist sie grundlegend im Vergleich zu TickTick. Arbeitest du gerne mit Time-Blocking? Dann ist TickTick die bessere Wahl.
Die Zusatzfunktionen von TickTick sind praktisch, aber auch überwältigend. Ein Pomodoro-Timer? Schön. Ein Habit Tracker? Kann nützlich sein. White Noise? Okay, warum nicht. Aber ehrlich? Manchmal willst du einfach eine simple Aufgabenliste. Dann fühlt sich TickTick wie ein übervoller Werkzeugkasten an, durch den du dich graben musst. Todoist ist eher die minimalistische Werkbank mit genau dem, was du brauchst.
Mit einem Team zusammenarbeiten? Todoist gewinnt. Die Workspaces sind besser durchdacht. Du kannst Filter teilen, Projekteinblicke einsehen und die Zusammenarbeitsfunktionen fühlen sich ausgereifter an. TickTick hat zwar Teamzusammenarbeit, aber es fühlt sich wie ein nachträglicher Einfall an. Die meisten Nutzer wählen TickTick gerade für den persönlichen Gebrauch.
Noch ein Unterschied: Erinnerungen. Bei Todoist sind die hinter der Bezahlschranke. Ja, wirklich. Willst du einen Reminder für eine Aufgabe? Dann musst du zahlen. TickTick gibt dir im kostenlosen Plan einfach Erinnerungen. Sogar ‚Nagging Alerts‘, die weiter piepen, bis du die Aufgabe abhakst. Nervig? Vielleicht. Effektiv? Absolut.
Die Benutzeroberfläche ist auch eine Geschmacksfrage. Todoist sieht straffer und moderner aus. TickTick wirkt veraltet, als käme das Design aus 2015. Aber Funktionalität geht über Aussehen, oder? Trotzdem ist dieses Nutzungsgefühl wichtig, wenn du die App täglich öffnest.
Die Preise im Vergleich
Hier wird es interessant. TickTick ist günstiger. Viel günstiger.
Todoist verlangt $ 5 pro Monat bei Jahresabonnement (insgesamt $ 60). TickTick verlangt $ 3 pro Monat bei Jahresabonnement (insgesamt $ 35,99). Das macht fast $ 25 pro Jahr Unterschied. Und TickTick gibt dir mehr Features in diesem günstigeren Paket: Kalenderansicht, Pomodoro-Timer, Habit Tracker. Bei Todoist zahlst du mehr für weniger Extras.
Die kostenlosen Pläne? Beide sind eingeschränkt, aber auf unterschiedliche Weise. Todoist gibt dir maximal 5 aktive Projekte und keine Erinnerungen. TickTick beschränkt dich auf 9 Listen und 99 Aufgaben pro Liste. Für die meisten Menschen ist der kostenlose Plan von TickTick großzügiger. Du kannst länger kostenlos weiterarbeiten, bevor du an die Grenzen stößt.
Ehrlich? Diese Preiserhöhung von Todoist im Dezember 2025 hat viele Nutzer in Richtung TickTick gedrängt. Menschen wollen Wert für ihr Geld. Und wenn du nur eine Aufgabenliste mit Erinnerungen brauchst, sind $ 60 pro Jahr ganz schön viel verlangt.
Aber Preis ist nicht alles. Todoist fühlt sich qualitativ hochwertiger an. Die Synchronisation ist zuverlässiger. Die Integrationen funktionieren besser. Manchmal zahlst du für diesen Feinschliff und diese Stabilität. Die Frage ist: Wie viel ist dir das wert?
Fazit
Wähle Todoist, wenn du einen schnellen, zuverlässigen Taskmanager ohne Schnickschnack willst. Wenn du mit einem Team arbeitest. Wenn du Wert auf diese überlegene natürliche Spracheingabe und starke Integrationen legst. Und wenn du bereit bist, für eine straffe, minimalistische Erfahrung zu zahlen.
Wähle TickTick, wenn du eine Alles-in-einem-Lösung suchst. Wenn du gerne mit einem Kalender arbeitest und Time-Blocking anwendest. Wenn du einen Pomodoro-Timer und Habit Tracker in derselben App willst. Und wenn dein Budget begrenzt ist, du aber trotzdem Premium-Features willst.
Meine persönliche Präferenz? Das hängt von meiner Arbeitsweise ab. Für Teamprojekte und schnelle Eingabe wähle ich Todoist. Für persönliche Planung mit visuellen Übersichten wähle ich TickTick. Beide Tools sind gut. Sie sind nur gut in verschiedenen Dingen.
Probiere beide kostenlos aus. Das ist der einzige Rat, der wirklich zählt. Denn was für mich funktioniert, muss nicht unbedingt für dich funktionieren.




