Ihr iPhone ist voll mit Standard-Apps, die Sie vielleicht links liegen lassen. Aber Apple Reminders? Die verdient mehr Aufmerksamkeit, als Sie denken. Es ist eine Aufgabenlisten-App, die kostenlos auf all Ihren Apple-Geräten vorhanden ist und die standortbasierte Erinnerungen senden kann, wenn Sie am Supermarkt vorbeifahren.
Wer steckt hinter Apple Reminders?
Apple Inc. hat eine Geschichte, die bis 1976 zurückreicht, als Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne das Unternehmen in Cupertino gründeten. Was als Computerunternehmen begann, wuchs zu einem Technologiegiganten heran, der die Smartphone-Industrie neu definierte.
Apple Reminders selbst kam erst viel später, im Jahr 2011 mit der Einführung von iOS 5. Die Idee war einfach: einen nativen Aufgabenmanager zu entwickeln, der nahtlos mit Siri, dem neuen Sprachassistenten, den Apple gerade eingeführt hatte, zusammenarbeitete. Durch die tiefe Integration mit Apple Karten konnte die App auch standortbasierte Erinnerungen senden, was damals ziemlich innovativ war. Man konnte buchstäblich einstellen, dass das Telefon piepte, sobald man am Baumarkt ankam.
Heute läuft die App auf mehr als 2 Milliarden aktiven Apple-Geräten weltweit. Das Tool ist standardmäßig auf jedem iPhone, iPad und Mac installiert und unterstützt natürliche Spracheingabe. Man tippt einfach „morgen Einkaufen um 14:00“ und die App versteht, was gemeint ist. Für eine kostenlose, vorinstallierte App hat sich Apple Reminders zu einem überraschend leistungsfähigen Aufgabenmanager entwickelt.
Für wen ist Apple Reminders?
Diese App ist für Menschen entwickelt, die vollständig im Apple-Ökosystem leben. Wenn Sie ein iPhone, iPad und Mac haben, funktioniert alles automatisch zusammen über iCloud. Familien nutzen es gerne für gemeinsame Einkaufslisten, zu denen jeder Artikel hinzufügen kann. Studenten schätzen die Einfachheit und die Tatsache, dass sie keine zusätzliche App herunterladen oder bezahlen müssen.
Aber es gibt klare Grenzen. Android-Nutzer können die App nicht installieren, wenn also Ihr Team oder Haushalt eine Mischung aus Telefonen hat, wird es schwierig. Windows-Nutzer können zwar über den Browser auf iCloud.com zugreifen, aber das ist eine langsame und eingeschränkte Erfahrung. Und wenn Sie komplexes Projektmanagement mit Gantt-Diagrammen, Abhängigkeiten und Zeiterfassung benötigen, ist Apple Reminders zu einfach. Es ist eine Aufgabenliste, keine Projektmanagement-Suite.
Was kann Apple Reminders alles?
Apple Reminders bietet eine überraschend umfangreiche Funktionalität für eine kostenlose App. Hier sind die wichtigsten Möglichkeiten:
- Smarte Listen: Die App generiert automatisch Listen wie ‚Heute‘, ‚Geplant‘ und ‚Markiert‘. So siehst du auf einen Blick, was Priorität hat, ohne selbst Filter erstellen zu müssen.
- Standortbasierte Erinnerungen: Hier glänzt Apple Reminders wirklich. Stelle eine Erinnerung ein, die ausgelöst wird, sobald du an einem bestimmten Ort ankommst oder ihn verlässt. Praktisch für „vergiss nicht die Waschmaschine zu leeren“, sobald du nach Hause kommst, oder „nach Rabatt fragen“, wenn du das Elektronikgeschäft betrittst.
- Siri-Integration: Sage einfach „Hey Siri, erinnere mich morgen früh daran, die Mülltonne rauszustellen“ und es geschieht. Die Spracherkennung funktioniert überraschend gut und erkennt Daten, Uhrzeiten und sogar Orte.
- Listen teilen: Lade andere iCloud-Nutzer zu einer gemeinsamen Liste ein. Jeder kann Aufgaben hinzufügen, abhaken oder bearbeiten. Perfekt für Familieneinkäufe oder eine Urlaubspackliste.
- Tags und Prioritäten: Organisiere Aufgaben mit eigenen Tags und markiere wichtige Elemente mit einem Fähnchen. Du kannst auch Unteraufgaben hinzufügen, um größere Aufgaben aufzuteilen.
- Anhänge hinzufügen: Füge Fotos oder gescannte Dokumente zu einer Aufgabe hinzu. Praktisch, wenn du einen Screenshot einer Bestellung aufbewahren möchtest oder ein Foto von etwas, das du kaufen musst.
- Spaltenansicht: Betrachte deine Listen in einem Kanban-ähnlichen Layout mit Spalten. Nicht so fortgeschritten wie echte Projektmanagement-Tools, aber übersichtlich.
- Natürliche Spracheingabe: Tippe „Dienstag um 15:00 Zahnarzt anrufen“ und die App setzt automatisch Datum und Uhrzeit. Funktioniert ganz gut, ist allerdings weniger leistungsstark als das, was Todoist bietet.
Die Synchronisation über iCloud funktioniert blitzschnell. Haken Sie etwas auf Ihrem iPhone ab, ist es innerhalb einer Sekunde auch auf Ihrem Mac verschwunden. Diese Zuverlässigkeit ist ein großer Pluspunkt im Vergleich zu einigen Drittanbieter-Apps, die manchmal Störungen aufweisen.
Was kostet Apple Reminders?
Hier kommt die beste Nachricht: Apple Reminders ist vollständig kostenlos. Es gibt keine kostenpflichtigen Abonnements, keine Premium-Versionen und keine versteckten Kosten. Wenn Sie eine Apple ID haben, können Sie die volle Funktionalität nutzen, ohne jemals bezahlen zu müssen.
Du brauchst auch keine kostenlose Testversion, denn es gibt nichts auszuprobieren, das später Geld kostet. Alle oben genannten Funktionen sind standardmäßig in der App enthalten. Das macht Apple Reminders zu einer attraktiven Option, wenn du kein Budget für Tools wie Things 3 (das etwa 50 Euro für die Mac-Version kostet) oder ein Todoist Premium-Abonnement hast.
Das Einzige, was du brauchst, ist ein Apple-Gerät und eine Internetverbindung für die Synchronisierung. Die App nimmt auch kaum Speicherplatz auf deinem Telefon ein, da es eine System-App ist, die bereits vorinstalliert ist.
Worauf sollten Sie achten?
Apple Reminders hat deutliche Einschränkungen, die du kennen musst, bevor du dich vollständig darauf verlässt.
Das größte Problem ist das Fehlen von Startdaten. Du kannst nur eine Deadline festlegen, aber nicht angeben, wann du mit einer Aufgabe beginnen möchtest. Für Menschen, die mit der Getting Things Done-Methode arbeiten oder Projekte mit mehreren Phasen haben, ist dies frustrierend. Du siehst alle Aufgaben mit einer Deadline, aber nicht, wann du damit beginnen musst.
Die Plattformbeschränkungen sind ebenfalls erheblich. Es gibt keine native Android-App und keine Windows-Anwendung. Technisch gesehen kannst du über iCloud.com in einem Browser auf deine Aufgaben zugreifen, aber diese Webversion ist langsam und es fehlen viele Funktionen. Wenn du regelmäßig zwischen verschiedenen Betriebssystemen wechselst, wird Apple Reminders schnell unpraktisch.
Die natürliche Spracheingabe funktioniert ganz gut, kommt aber nicht an Todoist heran. Komplexere Sätze werden manchmal falsch interpretiert, und du kannst nicht mehrere Parameter gleichzeitig festlegen wie „jeden Montag um 9:00 mit hoher Priorität und Tag Arbeit“. Du musst diese Dinge manuell anpassen, nachdem du die Aufgabe erstellt hast.
Die intelligenten Listen sind praktisch, aber in ihrer Logik begrenzt. Du kannst keine erweiterten Filter erstellen wie „zeige alle Aufgaben mit Tag X UND hoher Priorität ABER NICHT in Liste Y“. Für Power-User, die ihre Aufgabenliste bis ins Detail organisieren möchten, fühlt sich das einschränkend an.
Schließlich vermissen einige Nutzer Funktionen wie wiederkehrende Aufgaben an bestimmten Wochentagen (zum Beispiel „jeden ersten Montag des Monats“), Zeiterfassung oder Produktivitätsstatistiken. Die App ist bewusst einfach gehalten, was für manche ein Vorteil ist, aber für andere ein Ausschlusskriterium.
Apple Reminders Alternativen
Wenn Apple Reminders nicht ganz zu dem passt, was du suchst, gibt es gute Alternativen:
- Todoist: Wähle dies, wenn du eine plattformübergreifende Lösung benötigst, die auf iOS, Android, Windows, Mac und in jedem Browser funktioniert. Todoist hat leistungsstärkere Filter, bessere natürliche Spracheingabe und Produktivitätsstatistiken. Die kostenlose Version ist nutzbar, aber für fortgeschrittene Funktionen zahlst du etwa 4 Euro pro Monat.
- Microsoft To Do: Entscheide dich hierfür, wenn du viel mit Outlook und Microsoft 365 arbeitest. Die Integration mit deiner E-Mail und deinem Kalender ist besser als bei Apple Reminders, und es funktioniert auf allen Plattformen einschließlich Windows. Ebenfalls vollständig kostenlos.
- Things 3: Wähle dies, wenn du bereit bist, für ein Premium-Erlebnis zu zahlen. Things 3 hat ein wunderschönes Design, strikte GTD-Methodologie mit Projekten und Bereichen und leistungsstärkere Organisationsmöglichkeiten. Nachteil ist der Preis: etwa 50 Euro für Mac und 10 Euro für iPhone, ohne Abonnementmodell, aber auch ohne plattformübergreifende Unterstützung.
Jede dieser Alternativen hat spezifische Stärken. Todoist punktet bei Flexibilität und Plattformunterstützung, Microsoft To Do bei geschäftlicher Integration und Things 3 bei Design und GTD-Umsetzung. Apple Reminders punktet vor allem beim Preis (kostenlos) und der Bequemlichkeit, wenn du bereits Apple-Geräte hast.
Häufig gestellte Fragen
Hier sind Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu Apple Reminders:
Ist Apple Reminders kostenlos?
Ja, die App ist vollständig kostenlos und standardmäßig auf Apple-Geräten vorinstalliert. Es gibt keine versteckten Kosten, Premium-Versionen oder kostenpflichtige Upgrades. Alle Funktionen sind verfügbar, sobald du dich mit deiner Apple ID anmeldest.
Kann ich Apple Reminders auf Windows oder Android nutzen?
Es gibt keine native App für Android oder Windows. Du kannst jedoch über einen Webbrowser auf iCloud.com gehen, um deine Aufgaben zu verwalten, aber diese Webversion ist langsamer und es fehlen Funktionen wie Standort-Erinnerungen. Für die tägliche Nutzung auf diesen Plattformen ist es nicht ideal.
Kann ich Listen mit anderen teilen?
Ja, du kannst Listen mit anderen Personen teilen, die ein iCloud-Konto haben. Jeder, der Zugriff hat, kann Aufgaben hinzufügen, bearbeiten oder abhaken. Dies funktioniert gut für gemeinsame Einkaufslisten oder gemeinsame Projekte, solange alle Apple-Geräte verwenden.
Fazit
Apple Reminders ist eine solide Aufgabenlisten-App, die ihre Stärke aus der tiefen Integration in das Apple-Ökosystem bezieht. Die Standort-Erinnerungen, Siri-Unterstützung und zuverlässige Synchronisierung machen es zu einer praktischen Wahl für iPhone- und Mac-Nutzer. Die Tatsache, dass es vollständig kostenlos ist, ist ein großer Pluspunkt.
Aber die Einschränkungen sind deutlich. Keine Android- oder Windows-Unterstützung, keine Startdaten und weniger leistungsstarke Organisationsmöglichkeiten als kostenpflichtige Alternativen. Wenn du eine einfache Aufgabenliste suchst und bereits Apple-Geräte hast, ist dies eine logische Wahl. Arbeitest du plattformübergreifend oder benötigst du komplexeres Projektmanagement? Dann solltest du dir besser Todoist oder Microsoft To Do ansehen.
Für die durchschnittliche Nutzung – Einkaufslisten, tägliche Aufgaben, einfache Erinnerungen – macht Apple Reminders genau das, was es soll, ohne Umstände. Und das ist manchmal mehr wert als all die fortgeschrittenen Funktionen, die man sowieso nie nutzt.






