Du möchtest schnell eine Bildschirmaufnahme machen und mit deinem Team teilen, aber Loom wird ziemlich teuer. Cap positioniert sich als die Open-Source-Alternative: datenschutzorientiert, mit Unterstützung für deinen eigenen Speicher und ohne monatliche Abonnementkosten. Das Tool kombiniert direktes Teilen mit lokalen Bearbeitungsmöglichkeiten.
Wer steckt hinter Cap?
Über die Gründer und die Entstehung von Cap sind relativ wenig öffentliche Informationen verfügbar. Was klar ist: Das Projekt ist aus dem Wunsch entstanden, eine Open-Source-Alternative zu geschlossenen Bildschirmaufnahme-Plattformen wie Loom anzubieten. Das Tool wird aktiv entwickelt und hat inzwischen eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde hinter sich, konkrete Beträge und Investoren wurden jedoch nicht öffentlich gemacht.
Das Unternehmen operiert von den Vereinigten Staaten aus und speichert Daten standardmäßig auf amerikanischen Servern. Der Fokus liegt stark auf Transparenz durch den Open-Source-Ansatz: Jeder kann den Code einsehen und beitragen. Dies zieht vor allem eine Community von Entwicklern und datenschutzbewussten Nutzern an, die Kontrolle über ihre eigenen Daten haben möchten. Die Möglichkeit, den eigenen S3-Speicher anzubinden oder die Plattform selbst zu hosten, macht Cap interessant für Teams mit strengen Datenanforderungen.
Für wen ist Cap?
Cap richtet sich primär an Entwickler, Product Manager und Designer, die regelmäßig Bildschirmaufnahmen für asynchrone Kommunikation erstellen. Das Tool ist besonders interessant, wenn du Wert auf Datenschutz und Kontrolle über deine Daten legst. Teams, die bereits mit eigener Cloud-Infrastruktur arbeiten, können Cap in ihren bestehenden S3-Speicher integrieren.
Das Tool ist weniger geeignet, wenn du mobile Aufnahmen machen möchtest. Es gibt keine iOS- oder Android-Apps. Auch wer eine vollständig ausgereifte, enterprise-ready Plattform mit umfangreichen Teamfunktionen und garantierter Uptime sucht, ist bei einem etablierten Anbieter wie Loom besser aufgehoben. Cap befindet sich noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase, was sich in Stabilität und Feature-Vollständigkeit zeigt.
Was kann Cap alles?
Cap bietet zwei Arbeitsweisen: Instant Mode für direktes Teilen und Studio Mode für lokale Aufnahme und Bearbeitung. Die kostenlose Version bietet unbegrenzte Aufnahmen für den persönlichen Gebrauch, aber für Cloud-Features, Teamfunktionen und kommerzielle Nutzung benötigst du einen kostenpflichtigen Plan. Hier sind die wichtigsten Möglichkeiten:
- 4K 60fps Aufnahme: Das Tool unterstützt hochwertige Bildschirmaufnahmen bis zu 4K Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde. Dies liefert scharfe Videos, auch bei schnell bewegten Inhalten wie Interface-Demos oder Animationen.
- Instant Mode: Starten Sie eine Aufnahme und teilen Sie direkt über einen Link. Dieser Modus ist vergleichbar mit der Funktionsweise von Loom: schnell, ohne Zwischenschritte. Praktisch für schnelles Feedback oder Updates an Ihr Team.
- Studio Mode: Nehmen Sie lokal auf und bearbeiten Sie Ihr Video, bevor Sie es teilen. Sie erhalten Zugriff auf einen integrierten Editor mit Zoom-Effekten und Animationen, die normalerweise nur in teureren Tools verfügbar sind.
- Custom S3 Storage: Verbinden Sie Ihren eigenen Amazon S3 Bucket oder kompatiblen Speicher. Damit bleiben alle Daten unter Ihrer Kontrolle und Sie müssen nicht auf Cap’s Server vertrauen. Dies erfordert jedoch technisches Wissen für die korrekte Einrichtung.
- AI-generierte Titel und Zusammenfassungen: Das Tool analysiert Ihre Aufnahme und schlägt automatisch einen Titel und eine kurze Zusammenfassung vor. Dies spart Zeit beim Organisieren vieler Videos.
- Team-Workspaces und Kommentare: Arbeiten Sie mit Kollegen in gemeinsamen Workspaces zusammen. Teammitglieder können Kommentare zu bestimmten Momenten im Video hinterlassen, was Feedback-Runden beschleunigt.
Die Zoom-Animationen im Studio Mode werden oft mit Screen Studio verglichen, einem Tool, das für polierte Marketing-Videos bekannt ist. Cap bringt vergleichbare Effekte einem breiteren Publikum näher, indem es sie zugänglicher macht. Die Oberfläche ist modern und reagiert schnell, was die tägliche Nutzung angenehm macht.
Was kostet Cap?
Cap verwendet ein ungewöhnliches Preismodell mit sowohl Abonnements als auch einer einmaligen Lizenz. Der kostenlose Plan bietet unbegrenzte Aufnahmen für den persönlichen Gebrauch, hat aber keine Cloud-Features und Teamfunktionen. Für die kommerzielle Nutzung benötigst du auf jeden Fall einen kostenpflichtigen Plan.
Das Pro-Abonnement kostet 12 Dollar pro Monat oder 8,16 Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung (97,92 Dollar insgesamt). Dieser Plan schaltet Cloud-Speicher, Team-Workspaces, KI-Funktionen und vorrangigen Support frei. Für diejenigen, die kein Abonnement möchten, ist eine Desktop-Lizenz für eine einmalige Zahlung von 58 Dollar verfügbar. Diese Lifetime-Lizenz gibt dir kommerzielle Nutzung der Desktop-App mit unbegrenzter lokaler Aufnahme und Bearbeitung, aber ohne die Cloud-Komponenten.
Es gibt keine kostenlose Testphase für die bezahlten Pläne. Du kannst jedoch mit dem kostenlosen Plan starten, um die Basisfunktionalität zu testen, aber Team-Funktionen und Cloud-Features bleiben dann außer Reichweite. Im Vergleich zu Loom (ab 12,50 Dollar pro Benutzer pro Monat) ist Cap günstiger, besonders die Lifetime-Option ist interessant für Solo-Nutzer oder kleine Teams.
Worauf sollte man achten?
Die größte Sorge bei Cap ist die Stabilität. Benutzer melden regelmäßig Abstürze, besonders direkt beim Start einer Aufnahme. Das macht das Tool unzuverlässig für wichtige Aufnahmen, bei denen man nur eine Chance hat, wie Live-Demos oder Kundenpräsentationen.
Multi-Screen-Aufnahme funktioniert nicht konsistent. Einige Benutzer erleben, dass der falsche Bildschirm aufgenommen wird oder dass die Aufnahme mittendrin zwischen Bildschirmen wechselt. Für diejenigen, die mit mehreren Monitoren arbeiten, ist das frustrierend und erfordert zusätzliche Kontrolle nach jeder Aufnahme.
Der Export im Studio-Modus kann langsam sein, besonders bei 4K-Videos. Während man im Instant-Modus direkt teilen kann, kann das Rendering im Studio-Modus Minuten dauern. Das unterbricht den Workflow, wenn man schnell mehrere Videos produzieren muss. Das Kamera-Overlay verschwindet manchmal oder verzerrt sich während der Aufnahme, was die professionelle Ausstrahlung beeinträchtigt.
Das Lizenzmodell sorgt für Verwirrung. Die kostenlose Version wird als „unbegrenzt“ beworben, aber kommerzielle Nutzung erfordert Bezahlung. Für Unternehmen ist es unklar, ob sie die kostenlose Version überhaupt für interne Kommunikation verwenden dürfen. Die Self-Hosting-Option klingt attraktiv, erfordert aber erhebliche technische Kenntnisse und Infrastruktur. Das ist keine Plug-and-Play-Lösung.
Cap ist weniger ausgereift als Konkurrenten wie Loom. Features, die man erwartet, wie mobile Apps oder fortgeschrittene Analytics, fehlen noch. Die aktive Entwicklung ist positiv, bedeutet aber auch, dass man mit Beta-ähnlichen Bugs und regelmäßigen Breaking Changes konfrontiert wird.
Cap Alternativen
Abhängig von deinen Prioritäten gibt es verschiedene Alternativen, die besser passen können:
- Loom: Wählen Sie dies, wenn Sie eine zuverlässige, Enterprise-ready Lösung mit garantierter Verfügbarkeit und umfangreichen Teamfunktionen suchen. Loom ist teurer und geschlossen, aber stabil und vollständig ausgereift.
- Screen Studio: Entscheiden Sie sich hierfür, wenn Sie hochwertige Promo-Videos mit fortgeschrittenen Zoom-Animationen und polierten Effekten erstellen möchten. Screen Studio ist auf Marketing-Content spezialisiert, während Cap mehr auf schnelle Kommunikation ausgerichtet ist.
- OBS Studio: Wählen Sie dies, wenn Sie live streamen oder vollständige Kontrolle über Szenen, Quellen und Output haben möchten. OBS ist komplexer und erfordert mehr Setup, bietet aber unübertroffene Flexibilität für Streaming und Aufnahme.
Häufig gestellte Fragen
Hier sind Antworten auf die häufigsten Fragen zu Cap:
Was ist der Unterschied zwischen Cap und Loom?
Cap ist Open-Source und datenschutzorientiert, mit der Möglichkeit, deinen eigenen S3-Speicher zu verwenden. Loom ist eine geschlossene Plattform mit allen Daten auf ihren Servern. Cap ist günstiger, aber weniger stabil, Loom ist teurer, aber zuverlässiger und Feature-vollständiger.
Kann ich Cap selbst hosten?
Ja, da Cap Open-Source ist, kannst du die Plattform auf deiner eigenen Infrastruktur betreiben. Das gibt vollständige Kontrolle über Daten und Datenschutz, erfordert aber technische Kenntnisse in Server-Verwaltung und Cloud-Infrastruktur. Es ist keine fertige Lösung.
Funktioniert Cap auf Windows?
Ja, Cap hat native Desktop-Apps für sowohl macOS als auch Windows. Es ist auch eine Web-Version verfügbar. Linux wird derzeit nicht offiziell unterstützt, obwohl du als Open-Source-Projekt selbst einen Build erstellen kannst.
Fazit
Cap ist eine interessante Alternative für diejenigen, die Kontrolle über Daten haben möchten und nicht an monatliche Abonnements gebunden sein wollen. Die Lifetime-Lizenz und S3-Integration machen es attraktiv für technische Teams mit Datenschutzanforderungen. Die Zoom-Effekte und Bearbeitungsmöglichkeiten bieten mehr als grundlegende Bildschirmaufnahme-Tools.
Gleichzeitig ist Cap noch nicht bereit für unternehmenskritische Nutzung. Die Stabilitätsprobleme und unzuverlässige Multi-Screen-Aufnahme machen es riskant für wichtige Aufnahmen. Für Unternehmen, die auf Bildschirmaufnahme in ihrem täglichen Workflow angewiesen sind, ist Loom vorerst die sicherere Wahl. Cap ist am besten geeignet für Entwickler und Early Adopters, die Bugs im Austausch für Open-Source-Vorteile und niedrigere Kosten akzeptieren.
