Dein Kalender ist voll, aber trotzdem vergisst du diesen einen Termin. Oder du versuchst, ein Meeting mit fünf Kollegen zu planen und verlierst den Faden in endlosen E-Mail-Ketten. Google Calendar ist der kostenlose Online-Kalender von Google, der solche Probleme lösen soll. Er synchronisiert automatisch zwischen all deinen Geräten, integriert sich mit Gmail und Google Meet und lässt dich Kalender mit wem auch immer du möchtest teilen.
Wer steckt hinter Google Calendar?
Google Calendar stammt von Google LLC, dem Tech-Unternehmen, das Larry Page und Sergey Brin 1998 in Mountain View, Kalifornien, gegründet haben. Aber der Kalender selbst ist nicht das Geistesprodukt der beiden. Er entstand als sogenanntes ‚20%-Projekt‘ – eine interne Google-Initiative, bei der Ingenieure einen Tag pro Woche an eigenen Ideen arbeiten durften. Ingenieur Mike Samuel erkannte die Chance, einen benutzerfreundlichen, teilbaren Kalender zu entwickeln, der direkt mit Gmail und dem Web zusammenarbeiten würde. Diese Idee wurde grünes Licht gegeben und 2006 gestartet.
Seitdem ist Google Calendar zu einem der meistgenutzten Kalender-Tools weltweit geworden. Er zählt mehr als 500 Millionen Nutzer und ist Teil von Google Workspace, dem Paket geschäftlicher Tools, das zusammen über 3 Milliarden Nutzer hat. Google hat das Tool im Laufe der Jahre um KI-Funktionen für intelligente Planungsvorschläge und automatisches Ausfüllen von Terminen basierend auf deinen E-Mails erweitert. Es bleibt eines der wenigen Google-Produkte, das sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig verfügbar ist, je nachdem, ob man die geschäftlichen Funktionen benötigt.
Für wen ist Google Calendar geeignet?
Google Calendar richtet sich an eine breite Zielgruppe: von Freelancern, die ihre Kundentermine verwalten möchten, bis hin zu großen Unternehmen, die Team-Kalender koordinieren müssen. Studenten nutzen es für Vorlesungen und Deadlines, Teams für gemeinsame Planung. Das Tool eignet sich besonders für Menschen, die bereits im Google-Ökosystem aktiv sind – denke an Gmail, Google Drive oder Google Meet. Dann funktioniert alles automatisch zusammen.
Nicht geeignet ist Google Calendar für diejenigen, die grundsätzlich keine Cloud-Dienste nutzen möchten. Wenn du deinen Kalender lokal auf deinem eigenen Computer speichern möchtest, ohne dass Daten auf externe Server übertragen werden, musst du nach einer anderen Lösung suchen. Auch wer speziell nach fortgeschrittenem Projektmanagement oder Aufgabenverwaltung sucht, ist wahrscheinlich mit spezialisierten Tools besser bedient.
Was kann Google Calendar alles?
Die kostenlose Version von Google Calendar bietet bereits das Wichtigste: Termine planen, Erinnerungen einstellen, Kalender teilen und Synchronisation zwischen Geräten. Für geschäftliche Funktionen wie erweiterte Buchungsseiten, umfangreichere Verwaltungsoptionen und Priority-Support benötigst du ein Google Workspace-Abonnement. Hier sind die wichtigsten Möglichkeiten:
- Events und Termine planen: Du erstellst einen Termin mit Titel, Zeitpunkt, Ort und Beschreibung. Die Oberfläche funktioniert per Drag-and-Drop, sodass du Events einfach auf einen anderen Zeitpunkt ziehst. Du kannst wiederkehrende Termine einrichten (jede Woche, Monat, Jahr) und Gäste einladen, die automatisch eine Einladung per E-Mail erhalten.
- Gemeinsame Kalender für Teams: Erstelle separate Kalender für Projekte, Teams oder Abteilungen und bestimme, wer diese ansehen oder bearbeiten darf. Praktisch, wenn du sehen möchtest, wann Kollegen verfügbar sind, ohne deren private Termine kennen zu müssen. Du kannst mehrere Kalender gleichzeitig in verschiedenen Farben anzeigen.
- Google Meet Video-Integration: Bei jedem Termin kannst du automatisch einen Meet-Link hinzufügen. Gäste müssen nur auf den Link klicken, um am Videoanruf teilzunehmen. Das funktioniert direkt aus dem Kalender heraus, ohne dass du zu einer anderen App wechseln musst.
- Appointment Schedules: Richte Zeitfenster ein, in denen andere bei dir einen Termin buchen können, vergleichbar mit Calendly. Du teilst einen Link und die Leute wählen selbst einen verfügbaren Zeitpunkt. Diese Funktion ist in den kostenpflichtigen Workspace-Plänen enthalten und erspart endloses Hin-und-Her-Mailen über Verfügbarkeiten.
- Aufgaben- und Erinnerungsintegration: Verknüpfe Google Tasks mit deinem Kalender, um To-dos zwischen deinen Terminen zu sehen. Erinnerungen erscheinen als Benachrichtigungen auf deinem Smartphone oder Computer. Du kannst auch Ziele festlegen, die Google automatisch in deinen Kalender einplant, wenn du Zeit hast.
- Mobile Apps mit Offline-Zugriff: Die iOS- und Android-Apps lassen dich deinen Kalender ohne Internetverbindung ansehen und bearbeiten. Änderungen werden synchronisiert, sobald du wieder online bist. Das iOS-Widget wird sehr gelobt, weil du deine ganze Woche auf einen Blick auf deinem Startbildschirm siehst.
- Automatische Events aus Gmail: Google liest deine E-Mails und fügt Flüge, Hotelbuchungen und Restaurantreservierungen automatisch zu deinem Kalender hinzu. Du musst selbst nichts tun – der Termin erscheint von selbst mit allen relevanten Informationen wie Bestätigungsnummern und Adressen.
Was kostet Google Calendar?
Die persönliche Version von Google Calendar ist völlig kostenlos. Du erhältst alle Basisfunktionen ohne Einschränkungen: unbegrenzte Events, Kalender teilen, mobile Apps, Google Meet-Integration. Für die meisten Privatpersonen und kleine Freelancer ist das mehr als ausreichend.
Wenn du geschäftliche Funktionen wie Terminbuchungsseiten, erweiterte Verwaltungsoptionen und umfangreicheren Speicherplatz möchtest, benötigst du ein Google Workspace-Abonnement. Business Starter kostet 7 Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung (8,40 Dollar pro Monat). Business Standard liegt bei 14 Dollar pro Monat (16,80 monatlich) und Business Plus bei 22 Dollar pro Monat (26,40 monatlich). Diese Preise gelten pro Benutzer.
Google bietet eine 14-tägige Testphase für die geschäftlichen Pläne an. Dann kannst du alle Funktionen ausprobieren, bevor du bezahlst. Hinweis: Der Kalender selbst ist in allen Plänen derselbe, aber du erhältst zusätzliche Google Workspace-Tools wie mehr Drive-Speicher, erweiterte Gmail-Funktionen und bessere Sicherheit.
Worauf sollte man achten?
Das Design von Google Calendar wirkt veraltet. Während Tools wie Notion und Cron (jetzt Teil von Notion) eine moderne, schlanke Oberfläche haben, sieht Google Calendar immer noch aus wie ein Tool aus 2010. Google fügt kaum innovative Funktionen hinzu – die Grundlagen funktionieren gut, aber Innovation fehlt.
Es gibt keine native Desktop-App für Windows oder macOS. Du musst immer über den Browser arbeiten, was sich für manche Menschen weniger praktisch anfühlt als ein dediziertes Programm. Die Chrome-Erweiterung hilft zwar mit Offline-Zugriff, aber es bleibt eine Webanwendung.
Das Aufgabenmanagement ist eingeschränkt. Google Tasks lässt sich zwar mit dem Kalender integrieren, aber die Funktionalität ist basic im Vergleich zu echten Aufgabenmanagement-Tools. Für komplexe Projekte oder GTD-Systeme reicht es nicht aus. Du kannst keine Unteraufgaben erstellen, Prioritäten sind simpel und die Übersichten sind dürftig.
Die Synchronisierung führt manchmal ungewollt Konten zusammen. Nutzer beschweren sich, dass die mobile App Privat- und Arbeitskalender durcheinanderbringt oder schwer getrennt hält. Das kann verwirrend sein, wenn du beide strikt getrennt halten möchtest.
Es gibt hartnäckige Bugs. Ein häufig genannter: Die App friert manchmal beim Bearbeiten eines Standorts ein. Ein anderer: Die Zeitzone springt spontan auf GMT, wodurch alle deine Termine plötzlich zur falschen Zeit erscheinen. Google behebt solche Probleme nur langsam. Auch das Entfernen bestimmter Feiertage aus deinem Kalender erweist sich als unnötig kompliziert.
Google Calendar Alternativen
Google Calendar ist beliebt, aber nicht für jeden die beste Wahl. Abhängig von deiner Situation können diese Alternativen besser passen:
- Outlook Calendar: Wähle dies, wenn deine Organisation Microsoft 365 nutzt. Die Integration mit Outlook Mail, Teams und anderen Office-Apps ist tiefgreifender als das, was Google bietet. Auch die Desktop-App ist ausgereifter.
- Apple Calendar: Geeignet, wenn du ausschließlich Apple-Produkte verwendest. Die App ist einfacher und läuft nativ auf iPhone, iPad und Mac ohne Browser. Weniger Funktionen, aber schneller und angenehmer, wenn du im Apple-Ökosystem unterwegs bist.
- Calendly: Wähle dies, wenn du viele externe Termine mit Kunden oder Kandidaten planen musst. Die Scheduling-Optionen sind deutlich fortgeschrittener als Googles Appointment Schedules, mit mehr Anpassungsmöglichkeiten und besseren Workflows.
Häufig gestellte Fragen
Hier sind Antworten auf die häufigsten Fragen zu Google Calendar:
Ist Google Calendar kostenlos?
Ja, die persönliche Version ist völlig kostenlos und bietet alle Basisfunktionen, die die meisten Menschen benötigen. Für geschäftliche Funktionen wie erweiterte Buchungsseiten und umfangreiche Verwaltung benötigst du ein Google Workspace-Abonnement, aber für die private Nutzung zahlst du nichts.
Kann ich meinen Kalender mit anderen teilen?
Ja, du kannst bestimmte Kalender mit Kollegen, Freunden oder Familie teilen. Du bestimmst selbst, welche Rechte sie erhalten: nur ansehen, Änderungen vornehmen oder volle Kontrolle. Das funktioniert praktisch für Team-Kalender oder Familienplanungen, auf die mehrere Personen zugreifen müssen.
Funktioniert Google Calendar offline?
Ja, über die mobile App auf iOS und Android kannst du deinen Kalender offline ansehen und Änderungen vornehmen. Auch im Chrome-Browser kannst du mit einer Erweiterung offline arbeiten. Sobald du wieder Internet hast, synchronisieren sich alle Änderungen automatisch.
Fazit
Google Calendar ist ein zuverlässiges, kostenloses Kalender-Tool, das gut funktioniert, wenn du bereits Gmail oder andere Google-Dienste nutzt. Die automatische Integration mit E-Mails, die einfache Freigabe und die soliden mobilen Apps machen es zu einer logischen Wahl für viele Menschen. Das Design wirkt zwar veraltet und echte Innovation fehlt, aber die Grundlagen stimmen einfach. Für alle, die komplexes Aufgabenmanagement oder erweiterte externe Planung benötigen, gibt es bessere Alternativen. Aber wenn du einen unkomplizierten Kalender möchtest, der einfach funktioniert und nichts kostet, ist Google Calendar schwer zu schlagen.






