Ihr CRM ist voll mit Kontakten, Ihr Marketingteam führt Kampagnen durch und Ihre Sales-Abteilung jagt Deals hinterher. Aber alles passiert in getrennten Systemen, die nicht miteinander kommunizieren. HubSpot verspricht, dem ein Ende zu setzen mit einer All-in-One-Plattform, die Marketing, Sales und Kundenservice unter einem Dach vereint.
Wer steckt hinter Hubspot?
HubSpot wurde 2006 von Brian Halligan und Dharmesh Shah in Cambridge, Massachusetts, gegründet. Die beiden hatten eine klare Mission: aufdringliche Marketingmethoden wie Cold Calling und Spam-E-Mails zu beenden. Stattdessen wollten sie Unternehmen helfen, Kunden mit wertvollen Inhalten anzuziehen. Sie nannten dies ‚Inbound Marketing‘, ein Begriff, den sie selbst einführten und der mittlerweile zum Standard in der Marketingwelt geworden ist.
Das Konzept schlug ein. HubSpot sammelte mehr als 225 Millionen Dollar von Investoren wie General Catalyst, Sequoia Capital, Google Ventures und Matrix Partners ein. 2014 ging das Unternehmen an die Börse und wird nun an der NYSE unter dem Ticker HUBS gehandelt. Heute arbeiten mehr als 247.000 Kunden weltweit mit der Plattform, von kleinen Startups bis zu großen Enterprise-Organisationen.
HubSpot entwickelte sich zu mehr als nur einem Softwareunternehmen. Sie veranstalten jährlich das INBOUND-Event, eine der größten Marketingkonferenzen der Welt, und bieten kostenlose Schulungen über die HubSpot Academy an. Dieser pädagogische Ansatz passt perfekt zu ihrer ursprünglichen Philosophie: Wert liefern, bevor man etwas verkauft.
Für wen ist Hubspot?
HubSpot richtet sich vor allem an Scale-ups, KMU und Marketingteams, die ihre Aktivitäten zentralisieren möchten. Wenn Sie ein wachsendes Unternehmen haben, bei dem Marketing und Sales besser zusammenarbeiten müssen, dann ist HubSpot eine logische Wahl. Die Plattform ist auch beliebt bei Unternehmen, die Inbound Marketing ernsthaft mit Content, SEO und Lead-Generierung angehen wollen.
Aber HubSpot ist nicht für jeden geeignet. Sehr kleine Unternehmer oder Hobbyisten finden die Professional- und Enterprise-Pläne schnell zu teuer. Die kostenlose Version bietet zwar viel Funktionalität, aber sobald Sie skalieren, steigen die Kosten exponentiell. Auch Unternehmen, die aus Sicherheits- oder Compliance-Gründen On-Premise-Software benötigen, können nicht auf HubSpot zurückgreifen. Es ist eine reine Cloud-Lösung.
Was kann Hubspot alles?
HubSpot besteht aus verschiedenen Modulen, die Sie einzeln oder kombiniert nutzen können. Die kostenlose Version bietet bereits ein vollständiges CRM, Basis-E-Mail-Marketing und Formulare. Für erweiterte Automatisierung, umfangreiche Berichte und Enterprise-Funktionalität benötigen Sie einen kostenpflichtigen Plan. Hier sind die wichtigsten Möglichkeiten:
- CRM Database: Das Herzstück von HubSpot. Alle Kontaktdaten, Interaktionen und Deal-Informationen befinden sich an einem Ort. Man sieht auf einen Blick, welche E-Mails jemand geöffnet hat, welche Seiten er besucht hat und wo er sich im Sales Funnel befindet. Das CRM synchronisiert sich automatisch mit der E-Mail und erfasst alles ohne manuelle Arbeit.
- E-Mail-Marketing und Automatisierung: Versenden Sie Newsletter, Follow-up-Mails und Drip-Kampagnen direkt über die Plattform. Sie können Workflows erstellen, die automatisch auf Basis von Verhalten ausgelöst werden, wie etwa das Herunterladen eines Whitepapers oder das Besuchen einer Preisseite. Der drag-and-drop Editor macht das Gestalten von Mails einfach, auch ohne technische Kenntnisse.
- Landingpages und Formulare: Erstellen Sie Landingpages ohne Developer. HubSpot hat Templates, die Sie mit einem visuellen Editor anpassen. Formulare platzieren Sie überall auf Ihrer Website und die Daten fließen automatisch in Ihr CRM. Sie sehen direkt, welche Seiten am besten konvertieren und können A/B-Tests durchführen, um zu optimieren.
- Live Chat und Chatbots: Fügen Sie ein Chat-Widget zu Ihrer Website hinzu, damit Besucher direkt Fragen stellen können. Sie können Chatbots programmieren, die häufig gestellte Fragen beantworten, Meetings einplanen oder Leads qualifizieren, bevor sie bei Ihrem Salesteam ankommen. Alle Gespräche werden im CRM gespeichert.
- Meeting Scheduler: Kein endloses Hin-und-her-Mailen mehr über Verfügbarkeit. Sie teilen einen Link zu Ihrem Kalender und Interessenten wählen selbst ein Zeitfenster. Es synchronisiert sich mit Google Calendar und Outlook, verhindert Doppelbuchungen und versendet automatisch Erinnerungen.
- Analytics und Dashboards: Verfolgen Sie Ihre Marketing-Performance mit Dashboards, die Sie vollständig selbst zusammenstellen. Sehen Sie, wie viel Traffic Ihre Website erhält, welche Kampagnen die meisten Leads generieren und wie Ihr ROI aussieht. Sie können Berichte mit Ihrem Team teilen oder für Präsentationen exportieren. Erweiterte Attributionsmodelle und Custom Reports sind in den teureren Plänen enthalten.
Darüber hinaus hat HubSpot Module für Sales (Sales Hub), Kundenservice (Service Hub) und Content Management (Content Hub). Diese können Sie separat erwerben oder im Customer Platform bündeln. Das Ökosystem integriert sich mit mehr als 1500 anderen Apps, von Slack und Zapier bis Shopify und WordPress.
Was kostet Hubspot?
HubSpot hat einen kostenlosen Plan, der für immer kostenlos bleibt. Du erhältst Zugriff auf das CRM, einfaches E-Mail-Marketing (maximal 2000 E-Mails pro Monat), Formulare und eine einfache Chatfunktion. Der Nachteil ist, dass du HubSpot-Branding in deinen E-Mails bekommst und dass Automatisierung und Berichte eingeschränkt sind.
Die Starter Customer Platform kostet 20 Euro pro Monat bei monatlicher Zahlung oder 15 Euro pro Monat, wenn du jährlich zahlst (insgesamt 180 Euro). Dieser Plan entfernt das Branding, erhöht dein E-Mail-Limit und gibt Zugriff auf mehr Automatisierungsmöglichkeiten. Für kleine Teams, die gerade mit Marketing Automation beginnen, ist das oft ausreichend.
Möchtest du die vollständige Marketing Hub mit erweiterten Workflows, A/B-Testing und umfangreichen Berichten? Dann zahlst du 880 Euro pro Monat für die Professional-Version. Diese Preise basieren auf einer bestimmten Anzahl von Kontakten in deiner Datenbank. Sobald du mehr Kontakte hast, steigt der Preis erheblich. Das ist eine häufig gehörte Beschwerde: Die Kosten steigen bei Wachstum schnell an.
HubSpot bietet eine kostenlose Testphase von 14 Tagen für die kostenpflichtigen Pläne. Du kannst dann alle Funktionen ausprobieren, bevor du ein Abonnement abschließt. Beachte jedoch: Für Enterprise-Pläne berechnet HubSpot oft verpflichtende Onboarding-Kosten von 3000 Dollar oder mehr.
Worauf muss man achten?
Die Preisstruktur von HubSpot kann verwirrend sein. Du zahlst nicht nur für den Plan selbst, sondern auch für zusätzliche Kontakte in deiner Datenbank. Wenn du von 1000 auf 5000 Kontakte gehst, kann sich deine monatliche Rechnung verdoppeln oder sogar verdreifachen. Viele Nutzer erleben das als unangenehme Überraschung. Plane also gut voraus und berechne, was du bei Wachstum tatsächlich zahlen musst.
Ein weiterer Schmerzpunkt sind die verpflichtenden Onboarding-Kosten für Enterprise-Kunden. HubSpot berechnet Tausende von Dollars für Implementierung und Schulung, auch wenn du vielleicht bereits Erfahrung mit der Plattform hast. Diese Kosten sind nicht optional und kommen zu deinem Abonnementpreis hinzu. Kleine Unternehmen, die auf einen höheren Plan upgraden möchten, schrecken hiervor oft zurück.
Die Vertragsbedingungen sind komplex und automatische Verlängerung ist Standard. Wenn du nicht rechtzeitig kündigst, bist du an einen neuen Jahresvertrag gebunden. Einige Nutzer beschweren sich, dass HubSpot nicht flexibel mit Kündigungen umgeht und dass der Support langsam reagiert, wenn du Fragen zu deiner Rechnung hast.
Berichte im Starter-Plan sind begrenzt. Du erhältst zwar Grundstatistiken, aber für individuelle Reports und erweiterte Analysen musst du auf Professional upgraden. Das fühlt sich für manche Teams wie eine verpasste Chance an, besonders weil Konkurrenten wie ActiveCampaign mehr Berichtsmöglichkeiten in ihren Einstiegsplänen bieten.
Schließlich hat HubSpot keine native Unterstützung für SMS-Marketing. Du kannst zwar Integrationen mit externen Tools verwenden, aber das fügt wieder zusätzliche Kosten und Komplexität hinzu. Für Unternehmen, die SMS in ihrer Marketingstrategie für wichtig halten, ist das ein Minuspunkt.
Hubspot Alternativen
HubSpot ist nicht der einzige Anbieter auf dem Markt. Abhängig von deinen Bedürfnissen und deinem Budget gibt es Alternativen, die besser zu dir passen:
- Salesforce: Wählen Sie dies, wenn Sie ein sehr großes Unternehmen mit komplexen Individualisierungsanforderungen sind. Salesforce ist leistungsfähiger und flexibler als HubSpot, aber auch deutlich komplexer und oft teurer. Es erfordert mehr technisches Know-how zur Einrichtung und Wartung.
- ActiveCampaign: Wählen Sie dies, wenn Sie hauptsächlich fortgeschrittene E-Mail-Funnels suchen. ActiveCampaign hat einen stärkeren Fokus auf Marketing Automation und bietet mehr Möglichkeiten für komplexe Workflows. Es fehlt jedoch die breite CRM-Funktionalität, die HubSpot bietet.
- Pipedrive: Wählen Sie dies, wenn Sie nur ein Sales CRM ohne Marketing Tools suchen. Pipedrive ist rein auf die Verwaltung von Sales Pipelines und Deals ausgerichtet. Es ist einfacher und günstiger als HubSpot, aber Sie vermissen die Marketing- und Service-Module.
Häufig gestellte Fragen
Im Folgenden beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen zu HubSpot:
Ist HubSpot wirklich kostenlos?
Ja, HubSpot bietet ein umfangreiches Paket an kostenlosen Tools, die für immer kostenlos bleiben. Du erhältst Zugriff auf das CRM, E-Mail-Marketing, Formulare und grundlegende Chatfunktionalität. Es gibt jedoch Einschränkungen, wie HubSpot-Branding in deinen E-Mails und ein Limit von 2000 E-Mails pro Monat.
Wo werden meine Daten gespeichert?
Standardmäßig werden Daten in Rechenzentren in den Vereinigten Staaten gespeichert. Neue Kunden können jedoch Speicherung im EU-Rechenzentrum in Deutschland wählen. Das ist praktisch für Unternehmen, die mit strengen DSGVO-Anforderungen konfrontiert sind oder die Daten innerhalb Europas halten möchten.
Was ist der Unterschied zwischen den Hubs?
HubSpot ist in verschiedene Module unterteilt. Marketing Hub konzentriert sich auf die Generierung von Leads durch Content und Kampagnen. Sales Hub hilft beim Abschluss von Deals und der Verwaltung deiner Verkaufspipeline. Service Hub ist für Kundenservice und Support gedacht. Content Hub ist der CMS-Teil, mit dem du Websites erstellst. Du kannst diese Module einzeln kaufen oder bündeln.
Fazit
HubSpot ist eine leistungsstarke All-in-One-Plattform, die Marketing, Vertrieb und Service zusammenführt. Die benutzerfreundliche Oberfläche und das kostenlose CRM machen es attraktiv für wachsende Unternehmen, die ihre Prozesse zentralisieren möchten. Aber die Kosten steigen schnell, sobald man skaliert, und die verpflichtenden Onboarding-Gebühren und komplexen Verträge sind Stolpersteine. Für KMU und Scale-ups, die Inbound-Marketing ernsthaft angehen wollen, ist HubSpot eine solide Wahl. Sehr kleine Unternehmen oder Teams mit knappem Budget sollten besser mit einer günstigeren Alternative beginnen und später upgraden.






