Du sitzt schon wieder in deinem fünften Videoanruf des Tages und versuchst dabei Notizen zu machen. Was hat der Kunde nochmal zur Deadline gesagt? Und die Aufgabenpunkte von eben? MeetGeek will dieses Problem lösen, indem es automatisch deine Meetings aufzeichnet, transkribiert und zusammenfasst. Der KI-Assistent nimmt an deinen Calls teil, erstellt Transkriptionen und extrahiert sogar Aufgabenpunkte. Klingt praktisch, aber wie gut funktioniert es wirklich?
Wer steckt hinter MeetGeek?
MeetGeek wurde von Dan Huru, Bogdan Rață und Raluca-Stefania Risnoveanu gegründet. Das Unternehmen hat seine Wurzeln in der EU, was sofort erklärt, warum Datenschutz und DSGVO-Konformität so prominent hervorgehoben werden. Die Gründer erkannten, dass Teams enorm viel Zeit mit der manuellen Protokollierung von Besprechungen verschwendeten, während diese Zeit besser für die tatsächliche Umsetzung von Vereinbarungen genutzt werden könnte.
Das Unternehmen hat inzwischen mehr als $1,8 Millionen eingesammelt, darunter eine Series-A-Runde von €1,6 Millionen im September 2025. Early Game Ventures und Inspire Capital sind als Investoren eingestiegen. Diese Finanzierung zeigt, dass Vertrauen in das Wachstum von KI-gesteuerten Meeting-Tools besteht. MeetGeek richtet sich vor allem an geschäftliche Nutzer: Vertriebsteams, Recruiter, Berater und Remote-Teams, die täglich in Videoanrufen sitzen und gute Dokumentation des Besprochenen benötigen.
Für wen ist MeetGeek?
MeetGeek ist für Teams entwickelt, die viel online tagen und Struktur in ihren Notizen wollen. Vertriebsteams können es nutzen, um Kundengespräche nachzuhören und wichtige Signale aufzugreifen. Personalabteilungen und Recruiter finden es praktisch, um Vorstellungsgespräche zu dokumentieren, ohne ständig tippen zu müssen. Auch Berater und Remote-Teams, die mit verschiedenen Zeitzonen arbeiten, können von automatischen Zusammenfassungen profitieren, die jeder nachträglich ansehen kann.
Aber das Tool ist nicht für jeden geeignet. Wenn du keine Online-Meetings hast, nützt es dir wenig. Privatpersonen, die gelegentlich einen Zoom-Call haben, brauchen diese umfangreiche Funktionalität wahrscheinlich nicht. Und wer vollständig offline arbeiten will oder Datenschutz so wichtig findet, dass selbst ein automatisierter Bot unerwünscht ist, muss sich anderweitig umsehen. MeetGeek dreht sich um die Automatisierung von Online-Meetings, also muss man dafür schon mittendrin sein.
Was kann MeetGeek alles?
Die kostenlose Version bietet automatische Aufzeichnung, Transkription und grundlegende Zusammenfassungen. Für erweiterte Analysen, längere Speicherung und Videoaufzeichnungen benötigt man einen kostenpflichtigen Tarif. Hier sind die wichtigsten Funktionen:
- Automatische Aufzeichnung und Transkription: MeetGeek nimmt als zusätzlicher Teilnehmer an deinen Meetings auf Zoom, Google Meet oder Microsoft Teams teil. Der Bot zeichnet alles auf und transkribiert das Gespräch. Du musst selbst nichts tun, das Tool erkennt automatisch, wann ein Meeting startet, wenn dein Kalender verknüpft ist.
- KI-generierte Zusammenfassungen: Nach dem Meeting erhältst du eine Übersicht über das Besprochene. Die KI filtert die wichtigsten Punkte heraus und stellt sie übersichtlich dar. Das spart Zeit beim Durchforsten einer stundenlangen Transkription.
- Aktionspunkte erkennen: Das Tool versucht automatisch zu erkennen, welche Aufgaben aus dem Meeting hervorgehen. Wer muss was bis wann erledigen? Diese Informationen werden separat angezeigt, sodass du schnell eine To-do-Liste hast.
- Meeting Insights: Du erhältst Statistiken über Redezeit, Sentimentanalyse und wer am meisten gesprochen hat. Praktisch für Sales Manager, die sehen möchten, ob ihr Team den Kunden ausreichend zuhört, oder für Recruiter, die Muster in Vorstellungsgesprächen erkennen wollen.
- Keyword-Suche: Durchsuche all deine Meetings nach Stichwörtern. Wann wurde diese spezifische Funktion zuletzt besprochen? Einfach eingeben und MeetGeek zeigt alle Stellen, an denen das Wort gefallen ist.
- Integrationen: Verbinde MeetGeek mit HubSpot, Slack, Trello, Notion und anderen Tools. Zusammenfassungen können automatisch an dein CRM gesendet oder als Benachrichtigung in Slack angezeigt werden. Das verhindert manuelles Kopieren.
- Mehrsprachige Unterstützung: Das Tool funktioniert in mehr als 60 Sprachen, darunter Deutsch. Das macht es nutzbar für internationale Teams oder deutsche Unternehmen, die mit ausländischen Kunden arbeiten.
- Chrome-Erweiterung für Aufzeichnung ohne Bot: Wenn du nicht möchtest, dass ein sichtbarer Bot in deinem Meeting sitzt, kannst du die Chrome-Erweiterung verwenden. Diese nimmt von deinem Bildschirm auf, ohne dass andere es sehen. Praktisch für sensible Gespräche, bei denen ein zusätzlicher Teilnehmer unangenehm sein könnte.
- Mobile App: Es gibt iOS- und Android-Apps, mit denen du auch Offline-Gespräche aufzeichnen kannst. Denke an physische Meetings oder Telefongespräche, die du transkribieren möchtest.
- Automatische Sprechererkennung: Das Tool erkennt verschiedene Sprecher und kennzeichnet sie in der Transkription. Du kannst nachträglich auch Namen zuweisen, falls die Erkennung nicht ganz stimmt.
Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet. Du siehst deine Meetings in einer Liste, klickst darauf und bekommst die Transkription, Zusammenfassung und eventuelle Highlights angezeigt. Du kannst Clips von bestimmten Momenten erstellen und diese mit Kollegen teilen. Außerdem kannst du Vorlagen für verschiedene Arten von Meetings einrichten, sodass die Zusammenfassung immer die Struktur hat, die du möchtest.
Was kostet MeetGeek?
MeetGeek hat einen kostenlosen Plan namens Basic. Damit bekommst du 3 Stunden Transkription pro Monat, Speicherung von Transkripten für 3 Monate und Audio-Speicherung für 1 Monat. Das reicht aus, um das Tool zu testen und zu schauen, ob es zu deiner Arbeitsweise passt. Du kannst auch 14 Tage kostenlos alle Funktionen über die Testversion ausprobieren.
Der Pro-Plan kostet $ 19 pro Monat oder $ 15 pro Monat bei jährlicher Zahlung (insgesamt $ 180 pro Jahr). Damit bekommst du mehr Transkriptions-Stunden, längere Speicherung und Zugang zu erweiterten Zusammenfassungen und Analysen.
Business kostet $ 39 pro Monat oder $ 29 pro Monat bei einem Jahresabonnement (insgesamt $ 348 pro Jahr). Dieser Plan ist für Teams gedacht und bietet zusätzliche Integrationen, Team-Funktionen und Priority-Support.
Der Enterprise-Plan kostet $ 59 pro Monat. Dafür bekommst du dedizierten Support, individuelle Integrationen und zusätzliche Sicherheitsoptionen. Für größere Organisationen mit spezifischen Anforderungen ist dies die richtige Wahl.
Es sind keine Lifetime-Deals verfügbar. Du zahlst monatlich oder jährlich, wobei die jährliche Zahlung deutlich günstiger ist. Die Preise sind im Vergleich zu anderen KI-Meeting-Assistenten wettbewerbsfähig, besonders weil MeetGeek mehrsprachig funktioniert und ein EU-Unternehmen mit GDPR-Compliance ist.
Worauf sollte man achten?
Obwohl MeetGeek im Allgemeinen positiv aufgenommen wird, gibt es ein paar Punkte, auf die Nutzer stoßen. Der Bot kommt manchmal zu spät ins Meeting. Im Durchschnitt dauert es etwa eine Minute, bis der Bot tatsächlich beitritt. Wenn dein Meeting kurz ist oder schnell mit wichtigen Informationen startet, verpasst du möglicherweise den Anfang des Gesprächs.
Eine häufig geäußerte Beschwerde sind die Marketing-E-Mails, die MeetGeek an Meeting-Teilnehmer verschickt. Gäste, die in deinem Call sind, erhalten manchmal unaufgefordert E-Mails von MeetGeek. Das kann unprofessionell wirken, besonders bei Kundengesprächen. Du kannst dies in den Einstellungen deaktivieren, aber standardmäßig ist es aktiviert.
Die Sichtbarkeit des Bots kann störend sein. Nicht jeder findet es angenehm, dass ein zusätzlicher „Teilnehmer“ im Call sitzt. Obwohl die Chrome-Erweiterung eine Lösung bietet, funktioniert diese nur, wenn du selbst der Host bist oder Bildschirmaufnahmen machen darfst. Für manche Unternehmensumgebungen ist das keine Option.
Der Support reagiert laut einigen Bewertungen langsam. Wenn du ein Problem hast, kann es eine Weile dauern, bis du eine Antwort bekommst. Für zahlende Kunden mit dem Business- oder Enterprise-Plan gibt es Priority-Support, aber bei den niedrigeren Plänen musst du Geduld haben.
Die Benutzeroberfläche kann sich für einfache Aufgaben etwas komplex anfühlen. Wenn du nur schnell einen Clip teilen möchtest, musst du durch mehrere Menüs navigieren. Konkurrenten wie tl;dv sind da benutzerfreundlicher. MeetGeek konzentriert sich mehr auf umfassende Analysen und Zusammenfassungen, was auf Kosten der Geschwindigkeit bei Basisaufgaben geht.
MeetGeek Alternativen
MeetGeek ist nicht der einzige Anbieter in diesem Bereich. Hier sind die wichtigsten Alternativen:
- Otter.ai: Wähle dies, wenn du hauptsächlich englische Meetings hast. Otter ist bekannter und hat eine sehr gute Transkription für Englisch, aber die mehrsprachige Unterstützung ist schwächer als bei MeetGeek.
- Fireflies.ai: Entscheide dich hierfür, wenn du sehr spezifische Workflow-Automatisierungen suchst. Fireflies hat teilweise tiefere Integrationen mit bestimmten CRM-Systemen und bietet mehr Anpassungsmöglichkeiten bei Automatisierungen.
- tl;dv: Wähle dies, wenn dein Budget begrenzt ist und Videoaufzeichnungen wichtig sind. tl;dv hat eine großzügige kostenlose Version, die speziell auf Videoaufzeichnungen und das schnelle Teilen von Clips ausgerichtet ist.
Jedes dieser Tools hat seine eigenen Stärken. MeetGeek zeichnet sich besonders durch die Kombination aus mehrsprachiger Unterstützung, EU-Compliance und umfangreichen Analyse-Optionen aus. Wenn du in einer internationalen Umgebung arbeitest oder Wert auf europäische Datenschutzgesetzgebung legst, ist MeetGeek eine naheliegende Wahl.
Häufig gestellte Fragen
Hier sind die am häufigsten gestellten Fragen zu MeetGeek:
Funktioniert MeetGeek mit meinen aktuellen Meeting-Tools?
Ja, MeetGeek lässt sich mit Zoom, Google Meet und Microsoft Teams integrieren. Das Tool tritt automatisch als Teilnehmer deinen Meetings bei, sobald du deinen Kalender verbunden hast. Du musst selbst nichts Zusätzliches tun, um die Aufnahme zu starten.
Sind meine Daten bei MeetGeek sicher?
MeetGeek ist ein EU-Unternehmen und entspricht den GDPR-Richtlinien. Alle Aufnahmen und Transkriptionen werden verschlüsselt gespeichert. Du kannst selbst bestimmen, wer Zugang zu welchen Meetings hat, und Daten können jederzeit gelöscht werden.
Unterstützt MeetGeek mehrere Sprachen
Ja, MeetGeek funktioniert in mehr als 60 Sprachen. Die Transkription und Zusammenfassungen werden in diesen Sprachen generiert. Die Qualität ist laut Nutzern gut.
Fazit
MeetGeek ist ein solider KI-Meeting-Assistent, der gut für Teams funktioniert, die Struktur in ihre Besprechungen bringen möchten. Die Transkriptionsqualität ist hoch, die mehrsprachige Unterstützung breit gefächert und die Integrationen mit anderen Tools machen ihn praktisch nutzbar. Für Vertriebsteams, Recruiter und Remote-Teams, die täglich in Calls sitzen, kann er wirklich Zeit sparen.
Die Nachteile sind vor allem praktischer Natur: Der Bot kommt manchmal zu spät, verschickt unaufgefordert E-Mails und ist sichtbar in Calls anwesend. Wenn man damit leben kann oder die Chrome-Erweiterung nutzt, ist das verkraftbar. Die kostenlose Version ist gut genug, um zu testen, ob das Tool zu einem passt. Für alle, die viel an Meetings teilnehmen und Wert auf gute Dokumentation legen, ist MeetGeek einen Versuch wert.








