Deine Inbox quillt über. Newsletter, Benachrichtigungen, Arbeitsmails und Spam kämpfen um Aufmerksamkeit. Jeden Morgen beginnst du mit hunderten ungelesenen Nachrichten. Shortwave will dem ein Ende setzen mit KI-Zusammenfassungen, intelligenten Bündeln und einer aufgeräumten Oberfläche, die Gmail in ein Produktivitätswerkzeug verwandelt.
Dieser E-Mail-Client richtet sich speziell an Gmail-Nutzer, die ihre Inbox unter Kontrolle bringen wollen, ohne zu einem komplett neuen Anbieter zu wechseln. Aber lohnt sich die Investition, oder bleibst du besser bei der Standard Gmail-App?
Wer steckt hinter Shortwave?
Shortwave Communications wurde 2020 von Andrew Lee, Jacob Wenger und Jonny Dimond in San Francisco gegründet. Alle drei arbeiteten zuvor bei Google und Firebase, wo sie täglich sahen, wie Menschen mit ihrer Inbox kämpften. Als Google 2019 beschloss, Inbox by Gmail endgültig zu schließen, ließ das Unternehmen Tausende von Power-Usern zurück, die ihr liebstes E-Mail-Tool verloren.
Das Trio sah eine Marktlücke. Sie wollten einen geistigen Nachfolger von Google Inbox bauen, aber mit moderner KI-Technologie, die E-Mail wieder produktiv statt überwältigend machen würde. Mit ihrer Erfahrung bei Google wussten sie genau, welche Features die Leute vermissten: intelligente Bündelung, automatische Organisation und eine Oberfläche, die dabei hilft, sich auf das Wichtige zu konzentrieren.
Das Unternehmen sammelte $ 9 Millionen von renommierten Investoren wie Lightspeed Venture Partners und Union Square Ventures ein. Mittlerweile nutzt eine wachsende Gruppe von Zehntausenden Nutzern das Tool, vor allem Entwickler und Startup-Teams, die nach einer intelligenteren Art suchen, mit Gmail zu arbeiten. Die App wird regelmäßig als beste Alternative für Menschen genannt, die Google Inbox noch immer vermissen.
Für wen ist Shortwave?
Shortwave richtet sich an Power-User, die täglich Dutzende bis Hunderte E-Mails erhalten und ihren Workflow optimieren wollen. Entwickler schätzen Features wie Vim-Modus und Markdown-Unterstützung. Startup-Teams nutzen die gemeinsame Inbox-Funktionalität, um zusammen an Kundenanfragen zu arbeiten. Und Profis, die ständig in ihrer Inbox untergehen, finden Ruhe in den KI-Zusammenfassungen und intelligenten Bündeln.
Aber Shortwave ist nicht für jeden. Nutzt du Outlook für deine Arbeit? Dann kannst du das Tool nicht verwenden, denn es funktioniert nur mit Gmail und Google Workspace. Magst du eine traditionelle Ordnerstruktur, in der du alles selbst organisierst? Dann wird der Bündel-Ansatz von Shortwave wahrscheinlich gegen deine Intuition gehen. Und wenn du ein leichter E-Mail-Nutzer bist, der höchstens zehn Nachrichten pro Tag erhält, sind die KI-Features wahrscheinlich übertrieben.
Was kann Shortwave alles?
Die kostenlose Version gibt dir Zugang zur Basis-Oberfläche und eingeschränkter KI-Funktionalität. Für unbegrenzte KI-Zusammenfassungen, erweiterten Suchverlauf und das Entfernen der „Sent with Shortwave“ Signatur benötigst du einen kostenpflichtigen Plan. Hier sind die wichtigsten Features:
- AI Smart Summaries: Das Tool liest lange E-Mail-Threads und gibt dir auf einen Blick die Kernpunkte. Praktisch für Newsletter oder Diskussionen mit zehn Personen, bei denen du nur wissen willst, was die Schlussfolgerung ist.
- Smart Bundles: Vergleichbar mit dem, was Google Inbox gemacht hat. E-Mails werden automatisch in Kategorien wie Newsletter, Benachrichtigungen oder Social-Media-Updates gruppiert. Du kannst ganze Bündel auf einmal archivieren oder als gelesen markieren.
- Ghostwriter: Ein AI-Schreibassistent, der deinen Schreibstil kennenlernt. Gib ein paar Stichworte ein und er schreibt eine vollständige E-Mail in deinem Ton. Funktioniert auch für schnelle Antworten auf eingehende Nachrichten.
- Snooze und Pin: Parke E-Mails vorübergehend aus deinem Posteingang und lass sie automatisch zu einem gewählten Zeitpunkt zurückkommen. Pinne wichtige Threads ganz oben an, damit sie nicht im Strom neuer Nachrichten verschwinden.
- Markdown Support: Schreibe E-Mails in Markdown und Shortwave konvertiert es automatisch in formatiertes HTML. Ideal für Entwickler, die an diese Syntax gewöhnt sind.
- Vim Mode: Navigiere durch deinen Posteingang mit Tastaturbefehlen, ohne deine Maus zu berühren. Für alle, die Vim nutzen, ist das ein Game-Changer in Sachen Produktivität.
- Drag-and-drop Aufgaben: Ziehe E-Mails in eine Aufgabenliste an der Seite deines Bildschirms. So wird dein Posteingang auch deine To-do-Liste, ohne dass du eine separate App brauchst.
- Gemeinsamer Posteingang: Teams können zusammen in einem Posteingang arbeiten, mit Zuweisungen und internen Notizen. Praktisch für Support-Teams oder allgemeine E-Mail-Adressen wie info@.
- Erweiterte Suche: Die Suchfunktion verwendet AI, um relevante E-Mails zu finden, selbst wenn du nicht die exakten Wörter verwendest. Du kannst nach Kontext suchen, statt nur nach Stichwörtern.
Die Benutzeroberfläche ist minimalistisch gestaltet. Keine überflüssigen Schaltflächen oder Ablenkungen. Alles dreht sich um Geschwindigkeit und Fokus. Die App funktioniert auf Web, iOS, Android, Windows und macOS, sodass Sie überall Zugriff auf dieselbe Erfahrung haben.
Was kostet Shortwave?
Shortwave bietet einen kostenlosen Plan mit eingeschränkter Funktionalität. Sie erhalten Zugriff auf die Basis-Benutzeroberfläche, aber Ihr Suchverlauf ist auf 90 Tage begrenzt und AI-Features sind eingeschränkt. Außerdem erhalten Sie eine „Sent with Shortwave“ Signatur unter Ihren E-Mails. Für die meisten Power-User ist dies zu eingeschränkt.
Der Personal-Plan kostet $ 7 pro Monat bei jährlicher Zahlung oder $ 8,50 pro Monat. Damit erhalten Sie unbegrenzten Suchverlauf, vollständige AI-Funktionalität und können die Signatur entfernen. Dieser Plan eignet sich für einzelne Benutzer, die ihren Posteingang ernsthaft optimieren möchten.
Für $ 14 pro Monat (jährlich) oder $ 18 pro Monat erhalten Sie den Pro-Plan. Dieser fügt Funktionen wie erweiterte Automatisierung, Prioritätsposteingang und zusätzliche AI-Credits für intensive Nutzer hinzu. Der Unterschied zu Personal ist subtil, sodass für die meisten Menschen Personal ausreichend ist.
Der Business-Plan kostet $ 24 pro Monat bei jährlicher Zahlung oder $ 30 pro Monat. Dieser ist für Teams gedacht und bietet gemeinsame Posteingänge, Admin-Kontrollen und vorrangigen Support. Für einen geschäftlichen E-Mail-Client ist dies eher hochpreisig, besonders da Sie nur Gmail-Konten verwenden können.
Neue Benutzer erhalten 14 Tage kostenlos, um alle Features auszuprobieren. Nach Ablauf der Testversion wird Ihr Konto automatisch auf den kostenlosen Plan umgestellt, sodass Sie weiterhin Zugriff auf Ihre E-Mails behalten, aber die erweiterten Funktionen verlieren.
Worauf solltest du achten?
Die größte Hürde ist die eingeschränkte Kompatibilität. Shortwave funktioniert nur mit Gmail und Google Workspace. Verwenden Sie Outlook, iCloud Mail oder einen anderen Anbieter? Dann können Sie das Tool einfach nicht nutzen. Für viele geschäftliche Benutzer ist dies ein Ausschlusskriterium, da Unternehmen oft mit Microsoft 365 arbeiten.
Der Preis für geschäftliche Nutzung liegt hoch. $ 30 pro Monat pro Benutzer für einen E-Mail-Client, der nur mit Gmail funktioniert, fühlt sich teuer an im Vergleich zu Alternativen. Kleine Teams können schnell Hunderte von Dollar pro Monat ausgeben, während traditionelle E-Mail-Clients oft kostenlos sind.
Die Lernkurve ist steiler als erwartet. Shortwave hat eine eigene Philosophie darüber, wie man mit E-Mails umgehen sollte. Bündel statt Ordner, Schlummern statt Markieren, Aufgaben statt Flaggen. Wenn Sie an einen traditionellen Workflow gewöhnt sind, müssen Sie Ihre Arbeitsweise anpassen. Einige Benutzer finden dies erfrischend, andere frustrierend.
Die mobile App kann überwältigend wirken. Auf einem kleinen Bildschirm sind alle Features und Schaltflächen manchmal schwer zu erreichen. Das Desktop-Erlebnis ist viel reibungsloser, was bedeutet, dass Sie unterwegs möglicherweise zur Standard-Gmail-App zurückgreifen.
Einige Benutzer melden Synchronisierungsprobleme, bei denen E-Mails nicht sofort erscheinen oder Aktionen verzögert durchgeführt werden. Dies kommt nicht oft vor, aber wenn es passiert, ist es ärgerlich, da E-Mail ein kritisches Tool ist, auf das Sie sich verlassen können müssen.
Shortwave Alternativen
Shortwave ist nicht der einzige Anbieter auf dem Markt für intelligente E-Mail-Clients. Hier sind die wichtigsten Alternativen und wann Sie diese wählen sollten:
- Superhuman: Wähle dies, wenn Geschwindigkeit deine absolute Top-Priorität ist. Superhuman ist blitzschnell und minimalistisch, kostet aber $ 30 pro Monat und hat weniger AI-Features als Shortwave. Es konzentriert sich rein auf Effizienz durch Tastaturkürzel und eine reduzierte Benutzeroberfläche.
- Spark Mail: Wählen Sie diese Option, wenn Sie mehrere E-Mail-Anbieter verwenden. Spark unterstützt Gmail, Outlook, iCloud und IMAP und ist dadurch wesentlich vielseitiger. Das Design ist traditioneller und weniger radikal als Shortwave, was für manche Nutzer angenehmer ist.
- Canary Mail: Wählen Sie diese Option, wenn Datenschutz und Verschlüsselung essenziell sind. Canary verfügt über integrierte PGP-Unterstützung und legt den Schwerpunkt auf Sicherheit. Die KI-Funktionen sind eingeschränkter, aber Ihre Daten bleiben vollständig privat, ohne dass sie über externe Server laufen.
Jedes dieser Tools hat eine eigene Philosophie. Shortwave liegt zwischen Superhuman und Spark: intelligenter als Superhuman durch die AI, aber eingeschränkter als Spark durch den Gmail-only Fokus.
Häufig gestellte Fragen
Hier sind Antworten auf die häufigsten Fragen zu Shortwave:
Funktioniert Shortwave mit Outlook?
Nein, Shortwave unterstützt derzeit nur Gmail und Google Workspace Konten. Es wurden keine Pläne angekündigt, Outlook oder andere Anbieter hinzuzufügen. Wenn Sie Outlook für die Arbeit verwenden, können Sie Shortwave nicht nutzen.
Ist Shortwave sicher?
Ja, Shortwave ist offiziell von Google verifiziert und erfüllt deren strenge Sicherheitsanforderungen. Allerdings laufen Ihre E-Mails für die AI-Funktionalität durch deren Server, was bedeutet, dass Ihre Daten nicht vollständig End-to-End verschlüsselt sind wie bei einigen datenschutzorientierten Alternativen.
Was passiert mit meinen Daten nach der Testphase?
Dein Konto wird automatisch auf den kostenlosen Plan umgestellt. Du behältst Zugriff auf alle deine E-Mails, aber der Suchverlauf wird auf die letzten 90 Tage beschränkt und AI-Features werden limitiert. Du verlierst keine Daten, nur Funktionalität.
Kann ich Shortwave ohne Internet nutzen?
Die Desktop-Apps haben eingeschränkte Offline-Funktionalität. Du kannst E-Mails lesen, die zuvor synchronisiert wurden, aber AI-Features und das Versenden neuer Nachrichten erfordern eine Internetverbindung. Die mobilen Apps funktionieren ähnlich.
Wie unterscheidet sich Shortwave von der Standard Gmail-App?
Shortwave fügt AI-Zusammenfassungen, intelligente Bündelung, integriertes Aufgabenmanagement und erweiterte Automatisierung hinzu. Die Benutzeroberfläche wurde für Geschwindigkeit und Fokus neu gestaltet. Gmail ist kostenlos, bietet aber diese Produktivitätsfeatures nicht.
Fazit
Shortwave ist eine solide Wahl für Gmail-Nutzer, die ihren Posteingang mit AI und intelligenter Organisation transformieren möchten. Das Tool liefert, was es verspricht: weniger Zeit im Posteingang, schnellere Antworten und eine ruhigere Übersicht. Für Power-User, die täglich Dutzende E-Mails verarbeiten, können die AI-Zusammenfassungen und Bündel wirklich Zeit sparen.
Aber die Beschränkung auf nur Gmail ist ein großer Nachteil. Wenn deine Organisation Outlook verwendet oder du mehrere E-Mail-Konten bei verschiedenen Anbietern hast, kannst du Shortwave nicht als zentrale Anlaufstelle nutzen. Der Preis für geschäftliche Nutzung ist auch eher hoch, besonders im Vergleich zu kostenlosen Alternativen.
Nutze die 14-tägige Testversion, um zu prüfen, ob der Workflow zu dir passt. Wenn du nach zwei Wochen merkst, dass du schneller durch deinen Posteingang kommst und weniger gestresst von E-Mails bist, ist es die Investition wert. Wenn nicht, bleibst du einfach beim kostenlosen Plan oder schaust dir eine Alternative an, die besser zu deiner Situation passt.






