Du kennst das: Du sitzt in einem Online-Meeting, versuchst zuzuhören und gleichzeitig Notizen zu machen, und ehe du dich versiehst, verpasst du die Hälfte von dem, was gesagt wird. Tactiq ist eine Chrome-Erweiterung, die deine Meetings automatisch transkribiert und mit KI in Zusammenfassungen und Aktionspunkte umwandelt. Es funktioniert mit Google Meet, Zoom und Microsoft Teams, ohne dass andere im Meeting sehen, dass du es verwendest.
Wer steckt hinter Tactiq?
Tactiq wurde 2020 von Ksenia Svechnikova und Nick Nikolaiev in Sydney, Australien, gegründet. Das Unternehmen entstand genau zu dem Zeitpunkt, als die ganze Welt durch COVID-19 massenhaft ins Homeoffice wechselte. Meetings schossen wie Pilze aus dem Boden, aber viele Informationen gingen verloren, weil Menschen während Videogesprächen nicht effektiv Notizen machten. Die Gründer wollten dieses Problem lösen, indem sie das Notizenmachen automatisierten.
Die Idee schlug ein. Tactiq sammelte insgesamt 7,3 Millionen Dollar von Investoren wie Flashpoint, Mucker Capital und Antler. Das Unternehmen wuchs schnell und hat mittlerweile mehr als 1 Million Nutzer, darunter Mitarbeiter von Fortune 500-Unternehmen. Die Chrome-Erweiterung wurde mehr als eine Million Mal installiert und verarbeitet wöchentlich Millionen von Meetings. Tactiq Pty Ltd ist immer noch ein unabhängiges Unternehmen und wurde nicht übernommen.
Was auffällt, ist der Fokus auf Einfachheit. Während andere Tools Bots in dein Meeting schicken, die für alle sichtbar sind, funktioniert Tactiq als stille Erweiterung in deinem Browser. Du installierst es, und es erledigt seine Arbeit im Hintergrund, ohne dass andere es bemerken. Dieser unsichtbare Ansatz erwies sich als Erfolgsformel in einem Markt voller aufdringlicher Meeting-Assistenten.
Für wen ist Tactiq?
Tactiq ist besonders nützlich für Menschen, die viele Online-Meetings haben und damit etwas anfangen wollen. Produktmanager, die Nutzerfeedback sammeln, Sales-Teams, die Kundengespräche analysieren wollen, Freelancer, die Briefings festhalten, und Remote-Teams, die sich auf Distanz gegenseitig auf dem Laufenden halten müssen. Wenn du regelmäßig in Google Meet, Zoom oder Teams sitzt und dich über das Notizenmachen ärgerst, ist dies ein Tool, das dir Zeit spart.
Aber es ist nicht für jeden geeignet. Arbeitest du hauptsächlich offline oder in physischen Meetings ohne Videoverbindung? Dann hast du wenig davon. Auch wenn du in einem Unternehmen arbeitest, in dem du aus Sicherheitsgründen keine Browser-Erweiterungen installieren darfst, kannst du Tactiq nicht verwenden. Das Tool funktioniert nämlich nur als Chrome-Erweiterung auf bestehenden Videoplattformen, nicht als eigenständige App, die auch Offline-Meetings aufnehmen kann.
Was kann Tactiq alles?
Tactiq bietet bereits in der kostenlosen Version ziemlich viel Funktionalität. Du erhältst Echtzeit-Transkription während deiner Meetings und 5 KI-Credits pro Monat, um Zusammenfassungen und Aktionspunkte zu generieren. Für unbegrenzte Transkriptionen, mehr KI-Credits, erweiterte Integrationen und Teamfunktionen benötigst du einen kostenpflichtigen Plan. Hier sind die wichtigsten Möglichkeiten:
- Echtzeit-Transkription: Tactiq schreibt mit, während dein Meeting läuft. Du siehst den Text direkt in einem Seitenfenster erscheinen. Es funktioniert, indem es die Untertitelung der Videoplattform in durchsuchbaren Text umwandelt. Praktisch, wenn du später etwas nachschlagen möchtest.
- AI-Zusammenfassungen mit GPT-4: Nach dem Meeting kannst du mit einem Klick eine Zusammenfassung generieren. Die AI pickt die wichtigsten Punkte heraus und setzt sie in ein übersichtliches Format. Das spart dir das manuelle Durchsuchen eines ganzen Transkripts.
- Generierung von Aktionspunkten: Die AI erkennt Aufgaben und Vereinbarungen im Gespräch und listet sie auf. Du musst nicht selbst rätseln, wer was tun sollte. Besonders praktisch für Projekt-Meetings mit vielen Folgeaufgaben.
- Sprechererkennung: Bei Google Meet erkennt Tactiq, wer spricht, und kennzeichnet das Transkript nach Person. Bei Zoom und Teams funktioniert dies weniger gut, dort siehst du hauptsächlich „Speaker 1“ und „Speaker 2“, es sei denn, du fügst manuell Namen hinzu.
- Integrationen mit anderen Tools: Du kannst Transkriptionen an Notion, Slack, Google Docs, HubSpot und andere Plattformen weiterleiten. So landen deine Meeting-Notizen automatisch dort, wo dein Team sie braucht, ohne manuelles Kopieren und Einfügen.
- Unterstützung für über 60 Sprachen: Tactiq funktioniert nicht nur mit Englisch. Du kannst Meetings auf Niederländisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Dutzenden anderen Sprachen transkribieren. Die Qualität hängt allerdings davon ab, wie gut die Videoplattform selbst Untertitelung unterstützt.
Was Tactiq nicht tut: Audio oder Video aufnehmen. Es speichert nur den Text. Wenn du später etwas nachhören möchtest, hast du Pech. Das Tool konzentriert sich vollständig auf textuelle Notizen und deren KI-Analyse. Für manche Nutzer ist das ein Dealbreaker, für andere gerade ein Vorteil, weil es weniger Speicherplatz kostet und datenschutzfreundlicher ist.
Was kostet Tactiq?
Tactiq hat einen kostenlosen Plan, mit dem du 10 Meetings pro Monat transkribieren und 5 KI-Credits erhältst. Das reicht für gelegentliche Nutzer, die ab und zu ein Meeting festhalten möchten. Die KI-Credits verwendest du für Zusammenfassungen und Aktionspunkte, also musst du damit sparsam umgehen, wenn du kostenlos bleibst.
Der Pro-Plan kostet 12 Dollar pro Monat oder 8 Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung (96 Dollar insgesamt). Damit erhältst du unbegrenzte Transkriptionen, mehr KI-Credits und Zugang zu erweiterten Integrationen. Für einzelne Nutzer, die täglich Meetings haben, ist dies die logische Wahl.
Der Team-Plan kostet 20 Dollar pro Monat oder 16,67 Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung (200 Dollar insgesamt). Dieser ist für Teams gedacht, die gemeinsame Transkriptionen teilen möchten, Kollaborationsfunktionen benötigen und zentral verwalten wollen, wer Zugriff hat. Wenn du mit mehreren Personen an denselben Projekten und Meetings arbeitest, lohnt sich dieser Plan schnell.
Es gibt keine kostenlose Testphase für die bezahlten Pläne, aber der kostenlose Plan gibt dir einen guten Eindruck davon, was das Tool kann. Du kannst also erst ausprobieren, ob Tactiq zu deinem Workflow passt, bevor du zahlst. Ein Lifetime Deal wird nicht angeboten.
Worauf sollte man achten?
Der größte Nachteil von Tactiq ist, dass es kein Audio oder Video aufnimmt. Du erhältst nur Text. Wenn du später etwas nachhören oder überprüfen möchtest, wie etwas genau gesagt wurde, kannst du das nicht. Für viele Nutzer ist dies ein Problem, besonders bei wichtigen Gesprächen, wo Nuancen wichtig sind.
Die Transkriptionsgenauigkeit lässt zu wünschen übrig bei Sprechern mit Akzent oder nicht-muttersprachlichem Englisch. Tactiq ist abhängig von der Untertitelung der Videoplattform selbst, und die ist nicht immer gleich gut. Bei niederländischen Meetings mit Englisch als Arbeitssprache bekommst du manchmal seltsame Übersetzungen oder falsch erkannte Wörter.
Der kostenlose Plan ist mit 10 Meetings pro Monat ziemlich begrenzt. Wenn du jeden Tag Meetings hast, bist du innerhalb von zwei Wochen durch. Du musst dann upgraden oder selektiv sein, welche Meetings du transkribierst. Die 5 KI-Credits sind auch schnell aufgebraucht, wenn du für jedes Meeting eine Zusammenfassung möchtest.
Es gibt keine vollwertige mobile App. Tactiq funktioniert nur als Browser-Erweiterung, also musst du an einem Laptop oder Desktop sitzen. Meetings auf deinem Handy beizuwohnen und dafür Tactiq zu verwenden ist nicht möglich. Das ist umständlich für Leute, die viel unterwegs sind.
Manche Nutzer beschweren sich, dass ältere Transkriptionen schwer zu finden sind. Die Suchfunktion ist nicht großartig und wenn du viele Meetings hast, musst du manchmal lange scrollen. Eine bessere Organisation mit Tags oder Ordnern würde helfen, aber diese Funktionalität fehlt größtenteils.
Tactiq Alternativen
Es gibt mehrere Tools, die dasselbe Problem angehen, aber auf andere Weise. Hier sind die wichtigsten Alternativen und wann du sie wählen würdest:
- Otter.ai: Wähle dies, wenn du eine eigenständige App möchtest, die auch Audio aufnimmt und die du für Interviews oder Offline-Meetings verwenden kannst. Otter funktioniert nicht nur als Erweiterung, sondern auch als eigenständiger Recorder. Der Nachteil ist, dass es sich weniger gut in Videoplattformen integriert als Tactiq.
- Fireflies.ai: Entscheide dich hierfür, wenn du lieber einen Bot hast, der automatisch deinen Meetings beitritt, ohne dass du eine Erweiterung installieren musst. Fireflies schickt einen virtuellen Teilnehmer, der aufnimmt und transkribiert. Das ist für andere sichtbar, aber du musst selbst nichts installieren. Praktisch, wenn du keine Erweiterungen verwenden darfst.
- MeetGeek: Wähle dies, wenn du tiefere Analysen möchtest und Sales Coaching benötigst. MeetGeek analysiert nicht nur, was gesagt wird, sondern auch wie. Es gibt Feedback zu Gesprächstechniken und misst Dinge wie Sprechzeit und Engagement. Tactiq konzentriert sich rein auf Notizen, MeetGeek geht weiter.
Welches du wählst, hängt von deinen Prioritäten ab. Willst du unsichtbar bleiben? Tactiq. Willst du Audio nachhören? Otter. Willst du keine Erweiterung installieren? Fireflies. Willst du deine Gesprächstechnik verbessern? MeetGeek.
Häufig gestellte Fragen
Hier sind Antworten auf die häufigsten Fragen zu Tactiq:
Nimmt Tactiq das Audio auf?
Nein, Tactiq nimmt standardmäßig kein Audio auf. Es transkribiert nur die Live-Untertitelung deiner Videoplattform und speichert das als Text. Du kannst zwar einstellen, dass eine Audiodatei gespeichert wird, aber das ist nicht die Standard-Arbeitsweise. Für die meisten Nutzer bedeutet dies, dass es keine Möglichkeit gibt, etwas nachzuhören.
Sehen andere Teilnehmer, dass ich Tactiq verwende?
Nein, Tactiq funktioniert als Browser-Erweiterung auf deiner Seite des Meetings. Es wird kein Bot in das Meeting geschickt und es erscheint keine Benachrichtigung für andere Teilnehmer. Es ist vollständig unsichtbar, es sei denn, du erzählst selbst, dass du es verwendest. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Tools, die einen sichtbaren Bot hinzufügen.
Funktioniert es mit Google Meet, Zoom und Teams?
Ja, Tactiq unterstützt alle drei großen Videoplattformen über die Chrome-Erweiterung. Du musst nur die Erweiterung installieren und Tactiq erkennt automatisch, wenn du in einem Meeting bist. Die Funktionalität ist auf allen drei Plattformen vergleichbar, wobei die Sprechererkennung am besten in Google Meet funktioniert.
Fazit
Tactiq ist ein praktisches Tool, wenn du viele Online-Meetings hast und davon ohne Umstände Notizen machen möchtest. Es funktioniert unsichtbar, ist schnell eingerichtet und die AI-Zusammenfassungen sparen dir wirklich Zeit. Der kostenlose Plan ist gut genug für Gelegenheitsnutzer, und die kostenpflichtigen Pläne sind angemessen bepreist für das, was du bekommst. Der größte Nachteil ist das Fehlen von Audioaufnahmen, was für manche Menschen ein Ausschlusskriterium ist. Wenn du nur Text brauchst und dich an Meeting-Bots störst, die für alle sichtbar sind, ist Tactiq eine gute Wahl. Möchtest du Audio zurückhören oder arbeitest du viel auf deinem Handy? Dann solltest du dir besser eine Alternative ansehen.






